Andreas Deutsch
Die Aktie des Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland dürfte auch am Mittwoch im Fokus der Anleger stehen. Ursache ist eine negative Studie vom Bankhaus Lampe. Nach Einschätzung der Bank ist die Aktie mit Risiken belastet. Ihr Kursziel liegt deutlich unter der aktuellen Notierung von Sky Deutschland.
Frank Neumann, Analyst beim Bankhaus Lampe, empfiehlt, die Sky-Deutschland-Aktie zu verkaufen. Sein Kursziel lautet 1,90 Euro. Der Kurssprung der vergangenen Wochen sei nicht gerechtfertigt, schreibt der Experte in seiner Studie. Sky Deutschland erkaufe sich sein Kundenwachstum zu teuer. Mit den voraussichtlich sinkenden Markterwartungen dürfte sich auch die Stimmung der Anleger verschlechtern.
Angebot an die Telekom
Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan hatte am Mittwoch mit einem Interview Aufsehen verursacht. Sullivan will die TV-Plattformen von Telefonkonzernen und Kabelbetreibern mit Inhalten beliefern, darunter auch Liveübertragungen der Bundesliga. Damit nähert sich das Unternehmen beim Kampf um die TV-Rechte an der Fußballbundesliga seinem größten Konkurrenten, der Deutschen Telekom, an.
"Jeder, der an den Rechten interessiert ist, hat Optionen: Man kann sich wie wir selbst um die Rechte bewerben und das gleiche Risiko tragen oder mit uns zusammen arbeiten", sagte Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan der Financial Times Deutschland. Dem Bericht zufolge will Sullivan ein Wettbieten zwischen Sky und der Telekom verhindern. "Gemeinsam mit Sky können sie alle unsere Inhalte vermarkten, und wir reden hier nicht nur über die Bundesliga. Sie bieten es ihren Kunden an und teilen sich mit uns die Einnahmen. Das ist ein verdammt gutes Geschäftsmodell für sie", sagte Sullivan weiter.
Spekulation wert
DER AKTIONÄR bleibt bei seiner Einschätzung: Sollte Sky Deutschland die Rechte behalten, sind deutlich höhere Notierungen drin. DER AKTIONÄR sieht das Kursziel auf Jahressicht bei 3,10 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 1,70 Euro gesetzt werden.