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Silicon Sensor: "Insiderwissen hindert mich an weiteren Käufen"

Markus Horntrich

Nach dem Erwerb der First Sensor Technology GmbH (FST) ist der Einstieg mit 24,9 Prozent bei der Vereta GmbH die zweite Akquisition von Silicon Sensor innerhalb von vier Monaten. Im Interview mit dem AKTIONÄR erläutert Silicon-Sensor-Chef Dr. Hans-Georg Giering, welche Impulse er von der neuen Tochter erwartet.

Vor gut vier Monaten hat Silicon Sensor die First Solar Technology GmbH gekauft, mit der Vereta GmbH folgt nun der zweite Streich innerhalb eines halben Jahres. Vereta hat eine dominierende Position bei Feinstaubmessgeräten. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR erläutert Silicon-Sensor-CEO Dr. Hans-Georg Giering die strategischen Hintergründe für den Einstieg bei Vereta.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Giering, warum hat sich Silicon Sensor nur mit 24,9 Prozent an der Vereta GmbH beteiligt, da hat doch Silicon nichts zu sagen. Oder ?

Dr. Hans-Georg Giering: Die Beteiligungshöhe wurde gewählt, um die Förderfähigkeit für Projekte der Vereta GmbH nicht einzuschränken. Trotz der Minderheitenbeteiligung sind die uns wichtigen Belange vollständig abgesichert. Insbesondere der Zugriff auf das Entwicklungs-Know-how im Bereich attraktiver Sensorlösungen in für uns neuen Märkten. Insofern hilft uns diese Beteiligung sowie der direkte Kontakt zu Herrn Michael Heraeus bei der Erschließung neuer Märkte abseits der Automobilindustrie und der Entwicklung zu einem führenden Lösungsanbieter auf dem Gebiet der Sensorik.

Ist die Heraeus Gruppe auf Silicon Sensor zugekommen oder war die Anbahnung der Beteiligung von Silicon ausgegangen?

Wir haben uns gegenseitig gefunden und nach einem intensiven Prozess des gegenseitigen Verstehens wechselseitig für gut befunden. Wir betrachten die Vereta GmbH als eine eigenständige Entwicklungsabteilung der Silicon Sensor Gruppe. Unterstützen werden wir die Vereta GmbH mit unserer Fertigungs- und Vertriebskompetenz.

Wo liegen die Alleinstellungsmerkmale für das von Vereta entwickelte mobile Feinstaubmessgerät?

Das Alleinstellungsmerkmal besteht darin, dass es sich um eine direkte Messung handelt und damit das Ergebnis sofort nach der Messung feststeht. Der einzige europäische Wettbewerber muss zur Ergebnisermittlung noch den Umweg über ein Labor gehen. Im Übrigen wird der in dem Messgerät der Vereta verwendete optische Sensor natürlich demnächst aus unserem Hause kommen.

Ist die Entwicklung von Sensoren für den Feinstaub eines der künftigen Entwicklungsschwerpunkte von Silicon?

Der Feinstaubsensor wird ein Entwicklungsschwerpunkt für die Vereta GmbH bleiben. Wir werden uns auf die Markterschliessung konzentrieren. Neben den gesetzlichen Vorgaben, immerhin müssen sich ab 2013 allein in Deutschland rund elf Millionen private Hausbrandstellen alle drei Jahre auf Feinstaubemission testen lassen, hat auch das jüngste Desaster der pauschalen Flugraumsperrung gezeigt, dass genügend Bedarf nach entsprechenden Sensorlösungen besteht. Als nächsten Schritt planen wir gemeinsam einen Sensor für die Nanopartikelmessung zu entwickeln. Auch dafür zeichnet sich schon heute ein großer Bedarf ab.

Inwieweit ist die Beteiligung an Vereta eine Fortsetzung in der Wertschöpfungskette und sind Beteiligungen oder Investitionen gleicher Art vorgesehen?

Die Beteiligung ist die konsequente Fortsetzung der seit Anfang 2009 erfolgten Neuausrichtung der Silicon Sensor International AG. Wir werden in der Zukunft sogar verstärkt unsere Systemlösungskompetenz gerade in den Gebieten der Sensorik ausbauen, in denen wir bereits auf der Bauteilebene große Kompetenz besitzen. Wenn dieses Ziel auf dem Wege von Beteiligungen oder Akquisitionen schneller oder günstiger zu erreichen ist, würde ich dieses nicht ausschließen.

Hat sich im zweiten Quartal der der Anstieg im Auftragseingang bei Silicon Sensor im Vergleich zum Vorjahr und zum ersten Quartal weiter fortgesetzt?

Die seit zwei Quartalen anhaltende positive Entwicklung unseres Kerngeschäftes hat auch im zweiten Quartal angehalten. Davon ist auch der Auftragseingang betroffen, der erfreulicherweise weiter deutlich angestiegen ist.

Bleiben Sie dabei, dass der Umsatz ab 2011 wieder mit einer Rate von 20 Prozent steigen wird?

Alle Signale, die wir von den Märkten oder den Kunden bekommen, lassen uns in dieser Beziehung entspannt in die Zukunft blicken.

Gehen Sie weiterhin davon aus, die Umsatzerwartungen von 33 Millionen Euro in 2010 zu toppen?

Wir haben erst jüngst unsere Prognosen angehoben und dies auch auf unserer Hauptversammlung nochmals wiederholt. Wir erwarten für 2010 einen Umsatz zwischen 38 und 40 Millionen Euro.

Worauf führen Sie die Kursschwäche der letzten Wochen zurück - am allgemeinen Börsenklima kann es nicht allein gelegen haben?

Sicher hat auch das allgemeine Börsenklima seinen Teil dazu beigetragen. Derzeit arbeiten wir an den Grundlagen für ein langfristiges und stabiles Wachstum und dies mag einigen Investoren noch nicht attraktiv genug erscheinen. Wenn sich die Gesellschaft entsprechend unseren Planungen entwickelt, und daran besteht derzeit kein Zweifel, dann mache ich mir um die zukünftige Entwicklung des Kurses nicht wirklich Gedanken. Aber jeder muss selbst entscheiden, ab wann ein Investment in Silicon Sensor für ihn interessant ist.

Wollen Sie das doch im Vergleich zu Spitze von 7,70 Euro deutlich abgesunkene Kursniveau nicht wieder zur Aufstockung Ihrer eigenen Position nutzen?

Leider hindern mich meine Insiderkenntnisse momentan daran, ansonsten gern.

Herr Dr. Giering, vielen Dank für das Gespräch.

Auf Kaufniveau

Nach der jüngsten Korrektur ist die Aktie auf einem attraktiven Kaufniveau angekommen. Nach unten durch die horizontale Unterstützung bei 6,10 Euro abgesichert dürfte der Wert zu einer Gegenbewegung ansetzen. Wird auch die eingezeichnete Bullenflagge bei aktuell 6,90 Euro nach oben durchbrochen ist mit einem neuen Hoch zu rechnen. Mit Stopp bei 5,40 Euro kaufen!


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