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Siemens-Aktie im Blick: Herber Auftragseinbruch – und jetzt?

Florian Westermann

Die Siemens-Aktie hatte in den letzten Monaten keinen leichten Stand. Kein Wunder, schließlich bekommt der Konzern die Schuldenkrise voll zu spüren. Das beweisen auch die jüngsten Ergebnisse für das dritte Quartal. Wie geht es jetzt weiter?

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Der Industriekonzern Siemens hat deutlich mit der Schuldenkrise zu kämpfen. Im dritten Quartal ging der Auftragseingang um 23 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro zurück. Für den Bestelleingang im laufenden Geschäftsjahr per Ende September wird der Konzern zudem pessimistischer und rechnet nun nicht mehr unbedingt mit einem Auftragseingang über den Umsätzen. "Gerade bei den großen Aufträgen sehen wir einen Rückgang", so Konzernchef Peter Löscher in einem Interview mit Bloomberg-TV. Für das vierte Quartal müsse der Konzern die Ärmel hochkrempeln. Siemens habe volatile Monate vor sich. Außerdem wachse China nicht mehr mit der hohen Geschwindigkeit der Vergangenheit. Der Manager glaube dort nicht vor dem Beginn des nächsten Kalenderjahres an eine Besserung.

Gewinnsprung

Im dritten Quartal konnte der Konzern indes noch Wachstum vorweisen. Demnach stieg der Umsatz dank des guten Auftragsbestands und positiver Währungsumrechnungseffekte um zehn Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis der vier Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie, Gesundheit sowie Infrastruktur und Städte, das die Münchner als Sektorenergebnis ausweisen, schoss von 1,14 Milliarden Euro auf 1,8 Milliarden Euro in die Höhe. Unter dem Strich verdiente der Konzern 850 Millionen Euro - ein Plus von 70 Prozent. Im Vorjahr hatten Sondereffekte in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro den Gewinn belastet. Nun belasten Abschreibungen von 443 Millionen Euro bei Osram den Gewinn.

Ausblick

Für das Gesamtjahr strebt der Konzern weiterhin ein Umsatzplus zwischen drei und fünf Prozent an. Auch das Gewinnziel von 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft wurde bekräftigt. Angesichts des verschlechterten Umfelds sei es allerdings schwieriger, die Prognose zu erreichen. "Die Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft hat in den vergangenen Monaten zugenommen. Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind, vor allem in den industriellen kurzzyklischen Geschäften", sagte Löscher.

Osram-Börsengang

Die geplante Börsennotierung von Osram soll angesichts des schwierigeren Kapitalmarktumfeldes nun über eine Abspaltung an die Siemens-Aktionäre erfolgen. Der Münchner Konzern strebt dabei weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Osram an und will langfristig Ankeraktionär bleiben, hieß es.

Abwarten

DER AKTIONÄR sieht derzeit keine Eile, bei der Siemens-Aktie einzusteigen. Das Papier scheint derzeit zwar an einem Boden zu arbeiten. Doch wirkliche Kurstreiber sind nicht in Sicht. Erst wenn die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnt, dürfte auch die Siemens-Aktie wieder zulegen. Allerdings gibt es derzeit noch keine Entwarnung. Noch immer belastet die Schuldenkrise die europäische Wirtschaft, wie die jüngsten Zahlen beweisen.

Mit Material von dpa-AFX

Ein aktuelles Interview mit Siemens-Chef Peter Löscher finden Sie beim DAF.


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