Siemens: Spin-off für Osram?
Auch wenn der Facebook-Börsengang in den Startlöchern steht, ein wirkliches IPO-Fenster gibt es derzeit an den Finanzmärkten nicht. Bei dem DAX-Konzern Siemens arbeitet das Management deshalb an einen Alternativplan für die Tochter Osram. Im Gespräch ist ein Spin-off.
Zu Beginn des Jahres sah es noch danach aus, als könnte sich die Stimmung an den Börsen bessern. Die ersten Unternehmen wagten sich bereits mit IPO-Plänen hervor. Sah es doch danach aus, als ob sich im Frühjahr ein Fenster für Börsengänge öffnen könnte. Doch offensichtlich handelte es sich dabei nur um ein Strohfeuer. Neue Sorgen um Griechenland und Spanien haben die Börsen wieder ausgebremst. Vor allem in der Eurozone geht wieder einmal die Angst um. Die Pläne für Börsengänge verschwanden dementsprechend schnell wieder in der Schublade.
Gratisaktien fürs Depot
Bei dem Technologiekonzern Siemens gibt es nach einem Bericht der Zeitschrift Capital jetzt eine Alternative zum Börsengang der Lichttochter Osram. Das Management könnte Osram über einen Spin-off an die Börse bringen. In diesem Fall erhielten Aktionäre Osram-Aktien als Sachdividende gratis in ihr Depot gebucht. Leisten könnte sich Siemens einen solchen Börsengang allemal, schließlich ist die Firmenkasse prall gefüllt. Die nötige Zustimmung könnte sich der Konzern auf der Hauptversammlung im Januar 2013 holen. Bislang hatte der Vorstand verlauten lassen, Osram im Herbst an die Börse bringen zu wollen.
Dagegen sprechen die jüngsten Zahlen: Zwar konnte Osram die Umsätze im ersten Geschäftshalbjahr um gut sieben Prozent auf 2,72 Milliarden Euro steigern, der Nettogewinn schrumpfte im zweiten Quartal jedoch auf 27 Millionen Euro. Operativ kam Osram nur noch auf eine Marge zwischen fünf und sechs Prozent. Auf dieser Basis ist eine Bewertung von acht Milliarden Euro für Osram kaum zu begründen. Mit diesen Zahlen hatte Siemens aber noch vor gut einem Jahr gerechnet.

Auch wenn das Facebook-IPO wohl erfolgreich über die Bühne gehen dürfte, für klassische Industriekonzerne dürfte das Umfeld schwierig bleiben. Dass Siemens ein Spin-off prüft, dürfte daher nicht überraschen. Grundsätzlich wäre ein solcher Schritt begrüßenswert. Das Münchner Unternehmen plant schon seit längerem, die Lichttochter zu veräußern beziehungsweise an der Börse zu platzieren. Gelingt dies, wäre es zumindest ein Bremsklotz weniger. Die Aktie freilich sieht derzeit weder charttechnisch noch aus fundamentaler Sicht sonderlich verlockend aus. Anleger sollten die Bodenbildung abwarten.
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