Siemens: Milliarden-Auftrag vor dem Aus?
Laut einem Zeitungsbericht könnte Siemens einen milliardenschweren Auftrag verlieren. Das Projekt mit der russischen Bahn RZD für Hochgeschwindigkeitszüge droht aus Kostengründen zu scheitern.
Im Jahr 2018 wird sich die Fußballwelt zur Weltmeisterschaft in Russland einfinden. Um bequeme Reisemöglichkeiten zwischen den Austragungsorten zu schaffen, wollte die russische Bahn RZD viel Geld in die Hand nehmen. Laut einem Bericht der FTD droht nun eine Kehrtwende. Die Kosten sind mit rund 80 Milliarden Euro zu hoch. Die WM könne auch ohne solche Züge ausgetragen werden, wird bereits ein Sprecher von Vizepremier Igor Schuwalow von der FTD zitiert.
Kostenexplosion
Die Meldung kommt überraschend, da das Projekt einer Schnellstrecke zwischen Moskau und St. Petersburg bereits in trockenen Tüchern zu sein schien. Interesse hatten neben Siemens auch Hyundai und Alstom bekundet. Bis zuletzt hieß es, dass das Projekt für die 660 Kilometer lange Eisenbahnlinie bis Jahresende ausgeschrieben werde. Der Kostenanstieg von den ursprünglich geplanten zehn Milliarden Euro auf nun 27 Milliarden Euro lässt Russlands Politiker über einen Verzicht des Projekts nachdenken.
Keine Entlassungen
Unterdessen meldete sich Siemens-Chef Peter Löscher zu Wort. Der DAX-Konzern will im Herbst ein Programm vorstellen, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden soll. Entlassungen plant das Unternehmen in diesem Zusammenhang aber wohl nicht: "Das war noch nie unser Ansatz und wäre viel zu kurz gedacht", erklärte Löscher gegenüber der Mitarbeiter-Zeitung "Siemens-Welt".

Aufholjagd
Die Siemens-Aktie hat zuletzt Boden gutmachen können und steuert in Richtung der 80-Euro-Marke. Gelingt der Ausbruch, wäre der Weg Richtung 90 Euro frei.
(mit Material von dpa-AFX)
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