SGL Carbon: Comeback verschoben
Zuletzt trieben Insiderkäufe und ein neuer Auftrag von ArcelorMittal die Notierung von SGL Carbon nach oben. Jetzt sorgen die Zahlen für Ernüchterung. Der Konzern bleibt im ersten Quartal hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Es sah alles so gut aus. Insiderkäufe, ein neuer Auftrag von Stahlgigant ArcelorMittal und eine aussichtsreiche Charttechnik. Am Mittwoch folgt die Ernüchterung. Den Aktionären von SGL Carbon ist die gute Laune der letzten Tage vergangen. Die Zahlen für das erste Quartal konnten nicht überzeugen.
Schwache Zahlen
Zwar legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 382 Millionen Euro zu, das EBIT allerdings stagnierte bei 36 Millionen Euro. Dadurch ging die operative Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent zurück. Zuletzt hatte SGL für das Jahr 2012 noch ein Umsatz- und EBIT-Plus in Aussicht gestellt. Allerdings hat Vorstand Robert Köhler bereits vor Wochen darauf hingewiesen, dass SGL vor allem von der konjunkturellen Entwicklung im zweiten Halbjahr abhängig sei. Weiterhin will sich SGL via Wandelanleihe frisches Geld besorgen. Dieses soll unter anderem für den geplanten Zukauf in Portugal sowie die Produktion in China verwendet werden.
Insider schlagen zu
An den mittelfristigen Zielen hält SGL weiterhin fest. Der Umsatz soll um zehn Prozent pro Jahr steigen. Die operative Marge wird ab 2013 bei rund zehn Prozent erwartet. In der letzten Handelswoche noch hat die SGL-Aktie einen Kurssprung aufs Parkett gelegt. Vorstand und Management des Grafitspezialisten hatten sich zuletzt verstärkt Aktien des eigenen Unternehmens gekauft.

Spekulativ kaufenswert
Die Luft bei SGL scheint nach den schwachen Zahlen vorerst raus. Mit einem KGV von 21 für das Jahr 2012 ist die SGL Aktie mittlerweile ambitioniert bewertet. Der mittelfristige Ausblick und die Insiderkäufe machen dagegen Mut. Investierte Anleger bleiben daher mit Stoppkurs 30,00 Euro dennoch vorerst dabei.
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