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Schoeller-Bleckmann: „Wir sind Weltmarktführer“

Norbert Sesselmann

Volle Auftragsbücher, eine starke Marktstellung und eine grundsolide Bilanz: Das sind nur drei Gründe, die für einen Einstieg bei Schoeller Bleckmann (SBO) sprechen. Die Aktie hat den harnäckigen Widerstand bei 70 Euro überwunden. Der Weg ist nun frei nach oben.

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DER AKTIONÄR traf Gerald Grohmann, CEO von Schoeller-Bleckmann, in Österreich zum Exklusiv-Interview. Der SBO-Chef sieht sein Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet.

DER AKTIONÄR: Herr Grohmann, seit Ihrem Amtsantritt als Vorstand vor gut zehn Jahren haben Sie den Umsatz von Schoeller-Bleckmann (SBO) verdoppelt. Worin liegt das Erfolgsrezept?

Gerald Grohmann: Schoeller-Bleckmann hat eine klare Nischenstrategie. Wir suchen uns technologisch anspruchsvolle, aber profitable Nischen, wo wir der Platzhirsch sind. Wir verstehen sehr gut, was der Kunde benötigt, und haben jahrzehntelange Expertise und Know-how in unserem Bereich. Das führt zu diesem guten Ergebnis.

Wird 2012 wieder ein Rekordjahr?

Das werden wir am 31. Dezember sehen. Momentan haben wir ein sehr erfreuliches Geschäftsumfeld.

Sie spüren von der Eurokrise also nichts?

Nein. Ich wundere mich jeden Tag, wenn ich morgens in der Zeitung über die Krise und den Zustand in Europa lese und dann in die Firma komme und das Auftragsbuch anschaue - da gibt es eine große Diskrepanz. Die Eurokrise hat deswegen keine große Auswirkungen, weil unser Geschäft durch die Nachfrage nach Öl getrieben wird. Zwar ist diese in Europa schon lange rückläufig, aber die fehlende Ölnachfrage wird bei Weitem überkompensiert durch die gestiegene Nachfrage in Indien, China, Teilen des Mittleren Ostens - aber auch Amerika kommt in die Gänge.

Sind Sie darauf vorbereitet, wenn die europäische Schuldenkrise in eine weltweite Rezession führt?

Bei einer Rezession geht der Öl- und Gasverbrauch natürlich zurück. Das würden auch wir spüren. 2009 haben wir jedoch gezeigt, dass wir in schwierigen Zeiten flexibel reagieren können. Der Umsatz ist 2009 um 35 Prozent eingebrochen. Trotzdem haben wir eine EBIT-Marge von elf Prozent erwirtschaftet. Andere Unternehmen wären froh, eine solche Marge in guten Zeiten zu erreichen.

Die Margen sind wirklich beeindruckend. Hat SBO ein Geschäftsmodell, welches von der Konkurrenz nicht einfach kopiert werden kann?

Der größte Erfolgsfaktor ist das Know-how und der Technologievorsprung. Wir entwickeln uns ständig weiter. Dadurch sind wir der Konkurrenz immer drei bis fünf Jahre voraus. Wir arbeiten hart daran, den Vorsprung aufrechtzuerhalten. Wir sind mit einem Weltmarktanteil von 50 Prozent Marktführer. Die restlichen 50 Prozent teilen sich 10 bis 20 Konkurrenten. Für neue Anbieter ist es sehr schwer, in diesen Markt einzudringen. Das Geschäft ist sehr kapital- und know-how-intensiv.

Sie erzielen 60 Prozent ihres Umsatzes mit drei Kunden. Ist diese Abhängigkeit nicht gefährlich?

Das ist sicherlich eine große Abhängigkeit. Gleichzeitig sind aber auch unsere Kunden bis zu einem gewissen Grad von uns abhängig. Wir übernehmen eine wichtige strategische Position. Bei einem Marktanteil von 50 Prozent bedeutet es, dass wir im Schnitt die Hälfte der strategisch wichtigen Hochpräzisionsteile liefern. Dies führt zu einem sehr partnerschaftlichen Verhältnis.

Wo sehen Sie SBO in drei bis fünf Jahren?

Wir verfolgen eine klare Wachstumsstrategie. Diese beruht auf drei Säulen: Organisches Wachstum, Einführung neuer Produkte und Technologien sowie Akquisitionen. Wir haben in unserer Pipeline viele neue Produkte, die natürlich noch der Geheimhaltung unterliegen. Ich rechne damit, dass die eine oder andere Entwicklung in den nächsten Jahren marktfähig wird.

Haben Sie selbst SBO-Aktien?

Ja, und zwar ausschließlich SBO-Aktien.

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