Scheichs trennen sich von Daimler
Der Staatsfonds Aabar hat sich von seiner Beteiligung am Stuttgarter Autobauer Daimler getrennt. Über Finanzinstrumente haben die Araber aber weiterhin indirekte Zugriffsrechte. Wie reagiert die Daimler-Aktie und wo liegen die entscheidenden Marken im Chart?
Die Daimler-Aktie präsentiert sich im frühen Handel dem Umfeld entsprechend etwas schwächer. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat sich Daimlers bedeutendster Großaktionär, das Scheichtum Abu Dhabi, von seiner direkten Beteiligung an dem Autobauer getrennt.
Ein Daimler -Sprecher erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa-AFX, dass Aabar keine physischen Aktien mehr halte, sehr wohl aber noch Zugriffsrechte auf die Papiere. Der Großaktionär habe seine Beteiligung an den Schwaben neu geordnet. "Das respektieren wir natürlich", so der Sprecher. Die Motive für den Rückzug wollte er nicht kommentieren. "Wir sind mit unserer Aktionärsstruktur weiterhin sehr zufrieden." Wer die Anteile von Aabar übernommen hat, war zunächst nicht zu erfahren.
Zugriff über Finanzinstrumente
Der Staatsfonds Aabar Investments hier bislang 3,07 Prozent direkt an Daimler. Jedoch hatten sie weitere Anteile aus früher direkt gehaltenen Wertpapierpaketen an die Finanzwelt auch verliehen und besaßen dabei sogenannte Rücklieferungsansprüche. Unter dem Strich waren so damals insgesamt 9,04 Prozent Aabar zuzurechnen. Bereits im Anfang 2012 erschienenen Daimler-Geschäftsbericht ist von einer "Reihe von Finanzierungstransaktionen" die Rede, mit dem Aabar die Struktur seines Anteilsbesitzes verändert hatte. Laut dem Sprecher halte Aabar nun keine Stimmrechte mehr. Jedoch besitze Aabar über Finanzinstrumente inzwischen indirekte Zugriffsrechte auf nunmehr 12,75 Prozent. Nach den Änderungen ist Kuwait Daimlers größter Ankerinvestor - mit 7,6 Prozent direktem Anteilsbesitz.

Vorerst abwarten
DER AKTIONÄR ist trotz des Rückzugs der Araber auf lange sicht für die Daimler-Aktie positiv gestimmt. Aus charttechnischer Sicht dürfte es bald spannend werden. Im Bereich von 37,35 Euro findet sich eine robuste Unterstützung. Geht es darunter, würde sich die Abwärtsbewegung voraussichtlich verschärfen und ein Ziel bei zumindest 35 Euro angesteuert werden. Ein Break der Marke von 39 Euro würde indes ein Kaufsignal liefern. Anleger, die sich neu positionieren wollen, warten den Richtungsentscheid ab.
Mit Material von dpa-AFX.
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