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SAP: Milliardenangebot für ehemaligen Internet-Darling

Martin Weiß

Der Softwareentwickler SAP hat Pläne für den Kauf des Cloud-Spezialisten Ariba auf den Tisch gelegt. Der Deal könnte die Deutschen mehr als vier Milliarden Dollar kosten. Es wäre auch billiger gegangen - könnte aber auch noch deutlich teurer werden.

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Cloud-Computing gilt unter Experten als eine der "heißestens" Branchen in der IT und SAP will offenbar ein größeres Stück vom Kuchen abhaben. Der Konzern hat am Vorabend ein Milliardenangebot für die US-Firma Ariba abgegeben und zielt damit direkt in Richtung des großen US-Rivalen Oracle. Die Reaktion auf die Expansionspläne der Walldorfer sind positiv, jedoch warnen Experten vor einem möglichen Bietergefecht. 

Großzügige Prämie

SAP bietet je Ariba-Aktie 45 Dollar (circa 35,70 Euro), entsprechend rund 4,3 Milliarden Dollar für das komplette Unternehmen. Der anvisierte Kaufpreis entspricht einer Prämie von rund 20 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag.

Ariba hilft Unternehmen bei der Optimierung ihrer Warenwirtschaftsprozesse. Täglich werden über die Ariba-Plattform Waren im Wert von rund 800 Millionen Dollar gehandelt. SAP erhofft sich von einer Übernahme Zugang zu den mehr als 700.000 Geschäftskunden der Amerikaner. Nach dem Kauf soll Ariba in SAPs Hochgeschwindigkeits-Datenbank HANA eingebunden werden.

2011 erlöste Ariba 444 Millionen Dollar (+38 Prozent) und erzielte dabei einen Gewinn vor Sonderfaktoren von 77 Millionen Dollar.

Die Firma ist kein Unbekannter: Während der ersten Internetblase Anfang des neuen Jahrtausends galt Ariba als einer der Stars an der Wall Street. Auf dem Hoch wurde die Firma damals mit 80 Milliarden Dollar bewertet. Daran gemessen erscheint der jetzt gebotene Kaufpreis günstig.

Branchenbeobachter glauben aber, dass das letzte Wort hier noch nicht gesprochen ist (obwohl Ariba den Deal bereits auf seiner Homepage veröffentlicht hat). Viele der Kunden des Unternehmens arbeiten mit Anwendungen von Oracle. Der US-Riese war in der Vergangenheit nicht zimperlich, wenn es darum ging den Wettbewerbern eins auszuwischen und könnte nun einen besseren Deal vorbereiten, um seine Interessen zu schützen.

Im Klartext: Bei Ariba könnte es erneut zu einem Showdown zwischen SAP und Oracle kommen. Beim letzten Kräftemessen um Retek im März 2005 hatten die Amerikaner knapp die Oberhand behalten.

Fazit: Mit dem Kauf von Ariba könnte SAP seine Position in der Cloud-Szene stärken und erhielte gleichzeitig Zugriff auf einen riesigen Kundenstamm. Die Größe des Deals belastet am Mittwoch allerdings den Kurs der DAX-Aktie, die nun 2,2 Prozent schwächer bei 46,75 Euro notiert. Anleger sollten den Stopp bei 45 Euro im Auge behalten. Risikofreudige Anleger können sich eine kleine Position mit Ariba-Aktien aufbauen und auf ein höheres Gegenangebot von Oracle spekulieren.

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