SAP: Oracle gibt Steilvorlage
Oracle hat gestern Abend überraschend gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal präsentiert. Zudem soll das bestehende Aktienrückkaufprogramm ausgedehnt werden. Die Nachrichten sollten sich auch auf SAP positiv auswirken.
Der SAP-Erzrivale Oracle hat im abgelaufenen Geschäftsquartal bei einem leichten Umsatzanstieg den Gewinn überproportional um acht Prozent steigern können. Ferner hat der Konzern entschieden, das Aktienrückkaufprogramm deutlich auszuweiten. Die Nachricht kommt auch bei SAP gut an.
Starkes Softwaregeschäft
Insgesamt erhöhte sich der Umsatz im vierten Quartal (von März bis Mai) um etwa ein Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente Oracle 3,5 Milliarden Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 82 Cent und damit vier Cent über den Schätzungen der von Thomson Reuters befragten Analysten. Im Gesamtjahr 2011/12 stiegen die Erlöse um vier Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar und das Nettoergebnis um 17 Prozent auf knapp zehn Milliarden Dollar.
Hauptverantwortlich für das gute Geschäft im Abschlussquartal 2011/12 war der Umsatz mit Softwarelizenzen. Der kletterte um sieben Prozent auf vier Milliarden Dollar. Schwierigkeiten gibt es hingegen im Geschäft mit Firmenrechnern. Dieser Bereich setzte mit 977 Millionen Dollar 16 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum.
Künftig wird laut Firmenchef Larry Ellison das Cloud Computing für Oracle an Bedeutung gewinnen. "Die Entwicklung des Oracle Clouding ist von strategischer Bedeutung für Oracles Software-Geschäft", so der Konzernchef. Unter anderem wegen des Cloud Computings rechnet er auch 2013 mit einem Wachstum bei Oracle.
Kauf eigener Aktien
Dass Oracle nachbörslich drei Prozent zulegte, ist aber darauf zurückzuführen, dass das laufende Aktienrückkaufprogramm ausgedehnt wird. Zusätzlich sollen bis zu zehn Milliarden Dollar für den Kauf eigener Aktien ausgegeben werden.

Die deutsche Alternative
Das deutsche Pendant zu Oracle, SAP, ist auf dem aktuellen Niveau (47 Euro) durchaus ein Investment wert. Neben den positiven Nachrichten aus den USA stimmt die Tatsache zuversichtlich, dass die Aktie den kurzfristigen Abwärtstrend verlassen konnte.
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