Salzgitter: Zwischen Hoffen und Bangen
Noch immer steckt die Stahlindustrie in einer schwierigen Lage. Doch Analysten haben die Hoffnung, dass langsam die Wende kommt. Den Ausblick, den Salzgitter am morgigen Mittwoch geben dürfte, könnte einen ersten Aufschluss darüber geben, ob diese Hoffnung berechtigt ist.
Experten halten laut Konsensschätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg bei dem zweitgrößten deutschen Stahlhersteller in diesem Jahr wieder einen Gewinn für möglich. 2012 hatte das Unternehmen noch einen Verlust hinnehmen müssen. Bereits Ende Januar hatten die Niedersachsen auf der Basis vorläufiger Berechnungen rote Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr gemeldet. Vor Steuern stand ein Fehlbetrag von 29 Millionen Euro nach einem Gewinn von 201,6 Millionen 2011 in den Büchern. Damit verfehlte Salzgitter auch die eigene mehrfach gesenkte Prognose, die ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis vorsah.
Stahlgeschäft läuft schlecht
Vor allem im Kerngeschäft Stahl läuft es schlecht. Überkapazitäten treffen derzeit in Europa auf eine angesichts der Wirtschaftskrise im Süden schwache Nachfrage. Das hält die Preise unter Druck. Dem kann sich auch die deutsche Stahlbranche nicht mehr entziehen. ThyssenKrupp hielt sich mit seiner europäischen Stahlsparte zuletzt nur noch knapp in den schwarzen Zahlen und will nun mit einem Sparprogramm 2.000 Stellen abbauen. Auch Salzgitter steht vor einem Umbau.

Die beiden anderen wichtigen deutschen Stahlwerte, ThyssenKrupp und Klöckner & Co, erleben derzeit eine Sondersituation. Bei ThyssenKrupp dreht sich alles um den Verkauf der beiden Stahlwerke in Übersee, während bei Klöckner & Co der Einstieg des Baustoffmilliardärs Albrecht Knauf für Fantasie sorgt. Bei Salzgitter dürfte im laufenden Jahr die Kursentwicklung entscheidend an der weiteren konjunkturellen Entwicklung hängen. Daher werden Analysten und Börsianer genau auf das Hören, was morgen Salzgitter für das laufende Jahr prognostiziert. Anleger bleiben vor diesen Aussagen besser am Seitenrand.
(mit Material von dpa-AFX)
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