Salzgitter: Überzogene Erwartungen
Es läuft einfach nicht bei den deutschen Stahlkonzernen. Die Aktien befinden sich seit Wochen unter Druck. Jetzt kürzt Jürgen Siebrecht, Analyst bei der britischen Bank HSBC, das Kursziel für Salzgitter auf 40,00 Euro. Sein Anlagevotum: „Neutral“.
Bislang ging Siebrecht noch von einem Kursziel von 48,00 Euro aus. Doch mittlerweile hat der Experte die Schätzungen für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für das laufende und das kommende Jahr nach unten revidiert und liegt damit auch unter den Markterwartungen. Die zuletzt vorgelegten Zahlen hätten enttäuscht. Und auch das Umfeld habe sich weiter verschlechtert. Die Stahlpreisschätzungen habe man bei HSBC nach unten korrigiert. All das führe dazu, dass Kurstreiber für die Aktie derzeit fehlen. Die Aktie sei angesichts dieser Tatsache weder überzogen noch besonders günstig bewertet.
Vorstand optimistischer
Bei Salzgitter hatte man sich zuletzt zuversichtlich gezeigt. Vorstand Heinz Jörrg Fuhrmann will den Umsatz des vergangenen Jahres erreichen und ein positives Ergebnis vor Steuern erzielen. Im ersten Quartal musste Salzgitter noch einen Fehlbetrag von 19,6 Millionen Euro verbuchen. Allerdings zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, dass damit die Talsohle durchschritten sei. „Der Trend zeigt aufwärts", sagte Konzernchef Fuhrmann. In der Hütte und den Walzwerken sei die Auslastung hoch, das Handelsgeschäft sei stabil, der Bereich Röhren auf einem guten Niveau.

DER AKTIONÄR hatte zuletzt Mitte Mai Anlegern mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont empfohlen, eine erste Position aufzubauen. Die Aktie hat sich nach einem zwischenzeitlichen Kursrutsch zuletzt wieder leicht erholt. Investierte Anleger bleiben dabei, sollten jedoch einen Soppkurs im Bereich des 12-Monats-Tiefs bei 32,50 Euro setzen.
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