Salzgitter: Brechen jetzt alle Dämme?
Charttechnisch sieht es düster aus bei der Aktie des Stahlkonzerns Salzgitter. Nach der gestrigen Gewinnwarnung hat das Papier ein neues 52-Wochen-Tief generiert. Damit drohen weitere Kursverluste. Die Analysten senken derzeit ihre Kursziele für die Aktie des im MDAX notierten Unternehmens.
Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher rechnet für den Unternehmensbereich Stahl im laufenden Jahr mit einem Verlust, nachdem zuvor noch ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht gestellt worden war. Im Bereich Röhren, Handel und Dienstleistungen peilen die Niedersachsen weiter Gewinne an. Im Bereich Technologie soll ein ausgeglichenes Ergebnis erziel werden. Freilich, ganz überraschend kommt die Senkung der Prognose in der Stahlsparte nicht. Die Preise sind nicht so deutlich gestiegen wie von Salzgitter erhofft und die Nachfrage schwächelt nach wie vor.
Von Hold bis Buy
Warburg Research, S&P Equity sowie die WestLB haben die Aktie in einer ersten Reaktion auf „Hold" abgestuft. Die Begründung: Die Markterwartungen dürften in den kommenden Wochen fallen. Etwas mutiger bleibt die UBS. Die Schweizer sehen ein Kursziel von 42,00 Euro für die Aktie und raten nach wie vor zum Kauf. Casten Riek sieht das Papier langfristig als attraktives Investment. Noch mutiger ist Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank, der nach wie vor ein Kursziel von 48,00 Euro für die Aktie ausgibt. Das unbefriedigende Margenniveau in der Stahlsparte sei aber nicht unternehmensspezifisch. Auch andere europäische Stahlkonzerne dürften seiner Ansicht nach enttäuschende Ergebnisse liefern.

Ganz so optimistisch ist DER AKTIONÄR nicht. Zwar kommt die Gewinnwarnung in der Tat nicht wirklich überraschend. Dennoch: Kurstreiber dürften in den kommenden Wochen Mangelware sein. Die Frage sollte vielmehr sein: Lohnt sich noch ein Einstieg auf der Short-Seite. Die Gewinnwarnung in Verbindung mit dem angeschlagenen Chartbild sprechen eigentlich dafür. Dennoch dürfte sich der Abwärtsdruck nicht zuletzt aufgrund des breit diversifizierten Portfolios - unter anderem mit der Beteiligung an Aurubis - in Grenzen halten. DER AKTIONÄR rät Anlegern daher, an der Seitenlinie zu bleiben.
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