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SAF-Holland-Vorstand: "Wir sind auf einem guten Weg"

Michael Schröder

Die Aussichten stimmen: SAF-Holland ist solide durchfinanziert. In Europa und Nordamerika hat sich ein hoher Ersatzbedarf aufgestaut, der in den kommenden Monaten sukzessive abgearbeitet werden dürfte. Für zusätzliche Fantasie sorgen die BRIC-Staaten, insbesondere China. Vor diesem Hintergrund ist die Aktie mit einem 2013er-KGV von 5 absolut günstig bewertet.

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DER AKTIONÄR hat bereits mehrfach erklärt, dass sich SAF-Holland auf Wachstumskurs befindet. Branchenkenner sind sich einig: Der erfolgreiche Turnaround und die Wachstumsperspektiven werden im Aktienkurs derzeit nicht ausreichend reflektiert. DER AKTIONÄR sprach mit SAF-Vorstandsvorsitzenden Detlef Borghardt.

DER AKTIONÄR: Herr Borghardt, können Sie das Wort Krise überhaupt noch hören? Welchen Einfluss hat die europäische Schuldenkrise auf Ihr Geschäft?

Detlef Borghardt: Wir sehen für SAF-Holland noch keine unmittelbaren Auswirkungen der europäischen Krise.  Die südeuropäischen Märkte haben seit der Krise 2009 keinen nennenswerten Aufschwung erlebt, sodass unser Geschäft im Wesentlichen von West-, Nord- und Osteuropa beeinflusst ist. Und wir profitieren derzeit von einer guten Entwicklung gerade in Osteuropa und insbesondere in Russland. In Deutschland, Frankreich, UK, Benelux und Skandinavien sehen wir eine relativ stabile Entwicklung der Trailermärkte. Was die Konjunktur der Truckmärkte betrifft, so ist sie für SAF-Holland weniger in Europa als vielmehr in Nordamerika entscheidend. Unser Umsatzanteil des Truckgeschäfts in Europa ist klein, sodass uns die Marktschwankungen hier wenig belasten.

Wie beurteilen Sie die konjunkturelle Entwicklung in den von Ihnen bedienten Märkten im Einzelnen?

Russland sehen wir als stabil und wachsend, China ist ebenfalls insgesamt wachsend, wenn auch nicht mehr so dynamisch. Das Gleiche gilt für Brasilien, wobei wir hier eine Abschwächung im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr gesehen haben. In Nordamerika ist die Entwicklung relativ stabil. Was den nordamerikanischen Truck- und Trailermarkt betrifft, so kehren wir nach einem dynamischen Wachstum von gut 40 Prozent gegenüber 2011 zurück zu einer Normalisierung der Marktentwicklung auf einem guten Niveau. Da nach wie vor hoher Nachholbedarf an Investitionen in Truck und Trailer bestehen, deutet es auf eine potenziell positive Entwicklung für 2013 hin. Sollte sich in Europa die finanzpolitische Vertrauenskrise beruhigen, so werden auch hier die Märkte anziehen. Die Flotten sind vergleichsweise alt und viele Investitionen werden vor dem unsicheren Umfeld aufgeschoben. Wir sehen deshalb auch hier gute Wachstumschancen der Märkte für Ende 2012 oder 2013.

Wie zufrieden sind Sie vor diesem Hintergrund mit der jüngsten Geschäftsentwicklung bei SAF-Holland?

Wir sehen, wie bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal kommuniziert, eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung für das Gesamtjahr 2012.

Also sind Sie auch im zweiten Halbjahr auf Wachstumskurs geblieben?

Vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen möchte ich hierzu keine Aussage machen.

Sie wollen auch künftig auf die strategischen Wachstumsfelder setzen. Diese beinhalten im Wesentlichen die Ausweitung des Aftermarketgeschäfts, den Ausbau des nordamerikanischen Marktanteils im Segment Trailer Systems. Wie ist der Stand der Dinge?

 Ja, eindeutig. Wir sind auf einem guten Weg unsere strategischen Wachstumsziele zu erreichen. Dazu gehört unter anderem der Kapazitätsausbau unserer nordamerikanischen Produktion für Trailerachsen, der bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Statt der bisher 40.000 Achsen werden wir dann bis zu 80.000 eigene Achsen produzieren können. Im Aftermarket verzeichnen wir gute Fortschritte in allen Märkten, so beispielsweise auch mit unserer neuen Vertriebsniederlassung in Dubai und auch unser A2-Brand für Ersatzteile im russischen Markt findet eine gute Resonanz.

Welche Stärken der Gesellschaft würden Sie gerne hervorheben?

 Wir sind solide durchfinanziert, verfügen über eine gesunde Bilanzstruktur, sind in den internationalen Wachstumsmärkten vertreten und haben eine klare und konsequente Strategie, die von engagierten Mitarbeitern und Managern umgesetzt wird.

Und welche Schwächen würden Sie am liebsten umgehend beseitigen?

 Die anhaltende und teils überspannte Nervosität als Reaktion auf das finanzpolitische Umfeld.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR

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