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RWE vor den Zahlen: Starkes erstes Halbjahr, trüber Ausblick

Christoph Albers

Die Nummer 2 unter den deutschen Energieversorgern RWE wird nach Analystenschätzungen für die ersten sechs Monate im Vergleich zum Vorjahr einen deutlich höheren Gewinn ausweisen. Allerdings belasten die von der Bundesregierung geplanten Steuerabgaben in Milliardenhöhe den weiteren Ausblick von RWE und Co. Bei der morgigen Veröffentlichung der Zahlung liegen deshalb insbesondere die Aussichten im Fokus.

RWE dürfte in der ersten Jahreshälfte vor allem aufgrund geringerer Steuerbelastungen unter dem Strich inklusive aller Sonder- und Bewertungseffekte rund 2,3 Milliarden Euro verdient haben. 15 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Das bereinigte operative Ergebnis soll sich um 12 Prozent auf 4,6 Milliarden verbessern. Als Wachstumstreiber machen die Experten erneut den im Herbst zugekauften niederländischen Versorger Essent aus. Zudem profitiert der Konzern von in der Vergangenheit verkauften Stromkontingenten, dessen Konditionen die heutigen Stromkurse deutlich übersteigen. Die geringeren Brennstoffkosten wirkten sich zusätzlich positiv aus. Im Handels- und Gasgeschäft werden jedoch rückläufige Zahlen erwartet.

Bisheriges Ziel in Gefahr

Der Vorstand will bislang seinen um Sondereffekte bereinigten Nettogewinn jährlich bis ins Jahr 2012 um fünf Prozent ausbauen. Durch die Einführung der Brennelementesteuer wäre diese Vorgabe wohl nicht mehr zu erfüllen. Branchenkenner rechnen damit, dass RWE den drohenden Gewinneinbruch mit einer deutlichen Senkung der Dividende und harten Einschnitten bei den Investitionen wieder kompensieren wird. Analysten von Merrill Lynch rechnen mit einer Dividendenkürzung um 20 Prozent.

Chancen überwiegen

DER AKTIONÄR hatte bereits im Vorfeld auf Nachholpotenzial und die sich wieder verbessernde Nachrichtenlage im Energiesektor aufmerksam gemacht. Die Halbjahreszahlen sollten sich ebenfalls positiv auf die Aktie von RWE auswirken. Der kurzfristige Aufwärtstrend ist weiterhin intakt. Das nächste Kaufsignal wird mit dem Ausbruch über den nächsten Widerstand bei 56,52 Euro ausgelöst. Der Stoppkurs sollte bei 52,20 Euro platziert werden.

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