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RWE: Trotz schwachem Jahresauftakt ein Kauf?

Michael Herrmann

Katerstimmung bei RWE: Deutschlands zweitgrößter Energieversorger hat den Jahresauftakt verpatzt. Bei stagnierenden Umsätzen sind die Gewinne im Jahresvergleich deutlich geschrumpft. Für das Gesamtjahr ist der DAX-Konzern weiterhin zuversichtlich. Zu Recht?

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Während E.on der Start ins neue Jahr geglückt ist, hat Konkurrent RWE heute ernüchternde Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht. Der Umsatz fiel leicht von 15,9 auf 15,6 Milliarden Euro. Das EBITDA lag mit 3,1 Milliarden Euro rund neun Prozent unter dem Vorjahreswert. Das für die Dividendenberechnung wichtige, nachhaltige Nettoergebnis sank sogar um 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Gashandel belastet unverändert stark

RWE macht für das geschrumpfte Ergebnis vor allem rückläufige Margen in der Stromerzeugung und Belastungen im Gashandel verantwortlich. Dort leidet RWE, ähnlich wie der Konkurrent E.on unter teuren, langfristigen Lieferverträgen. Insgesamt macht diese Konzernsparte im ersten Quartal einen operativen Verlust von 220 Millionen Euro ein. Doch während E.on hier große Fortschritte gemacht hat, steckt RWE immer noch in Verhandlungen mit drei großen internationalen Öl- und Gasunternehmen.

Prognose bleibt bestehen

Trotz Desinvestitionen und anhaltender Probleme im Gashandel rechnet RWE für das laufende weiterhin mit einer stabilen Ertragslage und prognostiziert ein nachhaltiges Nettoergebnis auf Vorjahresniveau. Im Vorjahresvergleich werden die nächsten Quartale laut RWE kaum noch von den Auswirkungen des vorgezogenen Atomausstiegs in Deutschland belastet.

Lieber E.on als RWE

Dass RWE diese Ziele einhalten wird ist anzuzweifeln. Gut möglich, dass der Konzern die Prognosen im Laufe des Jahres kappen wird und die Aktie dadurch unter Druck gerät. E.on hat gerade im Gasgeschäft einen deutlich besseren Job gemacht und ist deshalb erste Wahl unter Deutschlands Versorger-Aktien, zumal die Kursentwicklung der von RWE in diesem Jahr hinterhergehinkt ist.

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