RWE: Premiere in Asien
Mit der Ausgabe einer lang laufenden Hybridanleihe betritt RWE auf dem asiatischen Markt Neuland. Derweil scheint auch das Interesse am tschechischen Gasnetz des deutschen Versorgers rege zu sein. Die AKW-Projekte in Großbritannien dagegen stehen vor dem Aus.
Ein Novum, nicht nur für RWE. Als erster Energieversorger aus Europa haben die Essener in Asien eine lang laufende Anleihe erfolgreich platziert. Das mehrfach überzeichnete Papier hat ein Volumen von 500 Millionen Euro. Das Besondere an der Schuldverschreibung: Aufgrund ihrer Mischform kann sie dem Eigen- und Fremdkapital zugerechnet werden. Dadurch wird eine höhere Rendite als bei konventionellen Anleihen erzielt. Im Falle der RWE-Hybridanleihe sieben Prozent.
20 Bewerber für Gasnetz
Beim Verkauf seines Gasnetzes in Tschechien kann sich der Versorger über zu geringes Interesse nicht beklagen. Knapp 20 interessierte Unternehmen sollen nach Meldungen der Tageszeitung Lidove Noviny um den Zuschlag buhlen. Von Experten wird der Wert des 2.500 Kilometer langen Netzes auf 1,65 Milliarden Euro geschätzt.
Rückzug aus Großbritannien
Verkauft werden soll auch die mit dem Konkurrenten E.on 2009 in Großbritannien gegründete Firma Horizon. Gemeinsam wollte man zwei neue Atomkraftwerke bauen. Durch die Finanzkrise und den Atomunfall von Fukushima haben sich aber die Gegebenheiten verändert. Die Finanzierung von Großprojekten sei schwieriger geworden, so die britische RWE-Tochter npower. Außerdem sei der Spielraum durch den Ausstieg Deutschlands aus der Kernkraft eingeschränkt worden.

E.on die bessere Wahl
Zuletzt haben sich die Analystenmeinungen wieder deutlich verbessert. Mehrere Experten erhöhten ihre Kursziele. DER AKTIONÄR hält die Aktie des Konkurrenten E.on dennoch für dynamischer. Bei RWE drängt sich derzeit kein Einstieg auf.
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