Michael Herrmann
Die Zukunft liegt scheinbar auch für RWE in erneuerbaren Energien. Der zuständige Manager Martin Skiba gibt die Ziele für das Jahr 2014 bekannt. Er setzt vor allem auf Windkraft und weist auf gesetzliche Hemmnisse hin. Die Aktie bleibt zunächst weiter unter Druck.
RWE hat Großes vor. Kurz nachdem E.on gestern die Pläne für einen milliardenschweren Offshore-Windpark in der Nordsee bekannt gab, hat Konkurrent RWE nachgezogen. Der zweitgrößte deutsche Energieversorger hat ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Windenergie auf hoher See ausgegeben.
Konzentration auf Offshore-Windparks
RWE will zukünftig verstärkt auf die Energie aus dem Meereswind setzen und bis zum Jahr 2014 zu den drei größten Offshore-Betreibern der Welt gehören. Dies teilte der für diesen Bereich zuständige Manager Martin Skiba am Rande einer vom Handelsblatt veranstalteten Konferenz mit. Um dieses Ziel zu erreichen, plant er im Jahr 2014 mit einer Gesamtleistung der Offshore-Windturbinen von rund einem Gigawatt. Darüber hinaus sollen zu diesem Zeitpunkt "für weitere fünf Gigawatt [...] bereits Genehmigungen vorliegen", sagte Skiba. Derzeit läge RWE noch hinter Dong Energy, Vattenfall, E.on und Centrica auf Platz fünf.
Hemmnis Netzanschlüsse
Als größtes Hemmnis beim Bau von Offshore-Windparks in Deutschland bezeichnete der Manager die Frage der Netzanschlüsse. "Die Regelungen sind zu lasch", sagte er. Die Zeitspanne für die Netzbetreiber für das Legen des Anschlusses sei zum Beispiel zu groß und Windparkinvestoren hätten zu wenig Möglichkeiten, bei Verspätungen ihre Ansprüche geltend zu machen.

Aktie bleibt weiter ein langfristiger Kauf
Angesichts des, trotz geplanter Laufzeitverlängerung, zukünftig rückläufigen Anteils der Atomenergie am deutschen Energiemix scheint der geplante Ausbau der Windenergie sinnvoll zu sein. Die Aktie startet heute dennoch mit Verlusten in den Handelstag und bleibt damit unterhalb der charttechnisch wichtigen Unterstützungslinie im Bereich von 52 Euro. Kurzfristig könnte damit weiterer Verkaufsdruck entstehen. Vor allem langfristig orientierte Anleger sollten aber weiterhin im Auge behalten, dass die RWE-Aktie derzeit historisch günstig bewertet ist. Trotz des trüben charttechnischen Bildes bietet sich daher aktuell eine interessante Einstiegsgelegenheit.