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RWE: Darum ist der E.on-Konkurrent kein Kauf

Michael Herrmann

Die Aktien von E.on und RWE entwickelten sich lange Zeit fast identisch. Zuletzt hinkte RWE aber deutlich hinterher. Daran dürfte sich auch in den kommenden Monaten nicht viel ändern. Im Gegensatz zur Aktie des deutschen Branchenprimus E.on ist RWE kein Kauf.

Der scheidende RWE-Chef Jürgen Großmann lässt sich seine gute Laune nicht nehmen. Auf der Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft nahm er den Vorstoß des EU-Energiekommissars Günther Oettinger zur Fusion der "Regionalligisten" E.on und RWE aufs Korn. Früher seien dort nur internationale Konzerne aufgetreten. "Heute bin ich da, der vom Regionalligaclub RWE", sagte Großmann. Die Fusion ist laut Großmann abwegig und würde allein schon an kartellrechtlichen Fragen scheitern.

Enorme Herausforderungen

DER AKTIONÄR hat bereits darauf hingewiesen, dass eine Fusion zwischen E.on und RWE keine Chance auf eine Genehmigung durch die deutschen Kartellbehörden hat. Doch trotz ihrer Marktmacht stehen die großen deutschen Energieversorger vor enormen Herausforderungen. Allein für die vorzeitige Energiewende in Deutschland rechnet Großmann mit Gesamtkosten von 250 bis 300 Milliarden Euro. Darüber hinaus leiden die deutschen Versorger unter zu teuren Einkaufspreisen beim Gas.

Fehlende Expansionsmöglichkeiten

Während sich E.on zur Kompensation der Probleme auf dem deutschen Energiemarkt auf die Suche nach geeigneten Expansionsmöglichkeiten in ausländischen Wachstumsmärkten macht, ist hiervon bei RWE nur wenig zu sehen. Selbst die erhoffte Kooperation mit Gazprom wurde zuletzt auf Eis gelegt. Auch das Engagement bei dem von großen Hoffnungen begleiteten Pipelineprojekt Nabucco hat Jürgen Großmann zuletzt infrage gestellt.

Lieber E.on kaufen

Die hohe Dividendenrendite von über sieben Prozent und das KGV von 7 begrenzen zwar das Abwärtspotenzial der RWE-Aktie. Andererseits sind aber auch keine nennenswerten Impulse für Kursgewinne zu erkennen. Anleger, die in deutsche Versorger investieren wollen, sollten daher zur Aktie des Branchenprimus E.on greifen.

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