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Rösler unliberal: Licht aus für Solarworld, Q-Cells, Centrotherm und Co?

Florian Söllner

Die Solar-Gegner formieren sich. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler bringt sogar die komplette Abschaffung der Einspeisevergütung ins Gespräch. Gewinner wären die alten Energie-Versorger, Verlierer die Sonnenbranche und die Verbraucher.

Der Traum einer besseren Energie-Welt: Große, verkrustete Energiekonzerne werden aufgebrochen und die Stromnetze für quasi jeden Bürger geöffnet. Eingespeist wird nur saubere Energie: Solar, Windkraft, Biomasse. Der Wettbewerb wird größer und lässt die Strompreise mittelfristig deutlich sinken. Teurere Rohstoffimporte werden gespart, die Wertschöpfung bleibt im eigenen Land. Und "nebenbei" wird die Umwelt gerettet.

Dieser Traum wird gerade Realität. Ökostrom hat in Deutschland die Atomkraft überholt. 2011 waren die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 20 Prozent die zweitwichtigste Quelle bei der Stromerzeugung. Selbst die lange belächelte Sonnenkraft macht bereits rund vier Prozent des Strommixes aus und sorgt an Sommertagen für kräftig sinkende Strompreise für die deutsche Industrie. Und die Perspektiven sind glänzend: Solarmodulpreise sind - dem Wettbewerb sei Dank - innerhalb eines Jahres um 50 Prozent gefallen. Solarstrom wird immer günstiger.

Dennoch - oder gerade deswegen - greifen die Solargegner nun zu radikalen Forderungen, um die Energiewende zu stoppen. Ihr Ziel ist offenbar nichts anderes, als die Margen der alten Versorger wie E.on oder RWE zu retten. Nur so sind die jüngste Aussagen von Bundesminister Philipp Rösler zu deuten. Das Handelsblatt schreibt: "Rösler spricht sich dafür aus, die im  EEG festgeschriebenen festen Einspeisevergütungen aufzugeben. Stattdessen will der Minister die Energieversorger verpflichten, einen bestimmten Teil ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen zu liefern. Sie könnten die Erzeugungsform selbst wählen." Das wäre das Ende des freien Wettbewerbs: Solar-Projektierer oder Hausbauer mit Solardach sind schließlich - (noch) ist die Speicherung nicht effizient möglich - darauf angewiesen, überschüssigen Strom der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Liberale FDP?

Ironischerweise greift Rösler gerade die freieste, demokratischte Energieform an - denn quasi jeder Bürger kann bisher Konkurrent von E.on und RWE werden. Zwischen der Höhe der Förderung und dem Beitrag der Photovoltaik zur Stromversorgung bestehe ein "eklatantes Missverhältnis", so der Bundeswirtschaftsminister. Tatsächlich sind die hohen Anschubkosten bereits investiert und künftige Vergütungen vergleichsweise niedrig. Zum 1. Juli 2012 werden sie ohnehin voraussichtlich auf 15,25 Cent bis 20,77 Cent sinken. "Die gesetzliche Kostenbremse greift. Neu installierte Photovoltaik-Anlagen haben künftig nur noch einen geringen Einfluss auf die Verbraucherumlage für Erneuerbare Energien", erklärt Carsten Körnig vom BSW-Solar.

Auf China setzen

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass Umweltminister Norbert Röttgen - er trifft sich diese Woche mit Vertretern des Solarbranche - das EEG an sich verteidigen kann. Eine komplette Abschaltung der EEG-Förderung im Sinne von RWE und Co wäre schließlich das Ende der großen deutschen Energie-Revolution. Dennoch ist eine weitere Senkung der Einspeisevergütung denkbar, weswegen insbesondere vom deutschen Markt abhängige Papiere wie Solarworld, Q-Cells oder SMA Solar gefährlich bleiben.

Immerhin: In anderen Ländern geht der Solar-Zubau gerade erst los. So sollen in China bis 2015 jährlich rund 3 GW neu zugebaut werden - 2010 waren es weniger als ein GW. Spannend bleiben daher chinesische Hersteller wie Trina Solar. Auch Centrotherm ("Solar-Rebound") macht als Maschinen-Lieferant für Trina und Co bereits das Gros seiner Umsätze im Ausland.

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