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RIB Software: Weltbauwesen verändern und Kurs deutlich steigern

Michael Schröder

Willkommen in der 5. Dimension. Die RIB Software AG will das Weltbauwesen verändern. Vorstand Thomas Wolf hat als Visionär der Baubranche dazu mit seinem Team eine innovative Software zum modellbasierten, digitalen Bauen entwickelt: die RIB iTWO. Gelingt RIB die Marktdurchdringung und der Aufbau des virtuellen Bau-Marktplatzes in der Cloud, sollten Umsatz und Gewinn nachhaltig kräftig steigen. DER AKTIONÄR fragte nach.

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Der Nutzen der neuen RIB-Technologie ist signifikant, seine Verbreitung steht erst am Anfang. DER AKTIONÄR sprach mit Vorstand Thomas Wolf über Chancen und Risiken, sowie die Aussichten seiner Gesellschaft.

DER AKTIONÄR: Herr Wolf, das Bauwesen ist der letzte Bereich, in dem die Digitalisierung noch nicht vollständig Einzug gehalten hat. Wann verschwindet dieser weiße Fleck auf der Landkarte?

Thomas Wolf: Ich glaube, dass jetzt die Zeit da ist, in der auch das Bauwesen die Digitalisierung erlebt, wenn auch sehr spät. Damit dürften sich die Gewinne in den Baukonzernen deutlich steigern lassen. Das kann für die Branche eine Art Industrialisierung bringen. Zum Vergleich: Heutzutage wird kein Auto oder kein Handy mehr gebaut, bevor es nicht zuerst komplett simuliert und analysiert wurde. 

Sie haben mit RIB iTWO eine innovative Bausoftware-Lösung entwickelt und setzen dabei auf die sogenannte BIM-5D-Technologie auf. Was steckt dahinter?

Die digitale Darstellung der physischen und funktionalen Gebäudestruktur - das sogenannte Building Information Modelling, kurz BIM - ist ein neuer Ansatz im Bauwesen. Wir simulieren nicht nur, wie das Gebäude aussieht, sondern auch wie es gebaut wird bis hin zur Fertigstellung. Ich erwarte, dass in der Zukunft nichts mehr ohne Unterstützung durch diese 5D-Technologie gebaut wird. Die Vorteile durch die Beseitigung der heute bestehenden Kostenrisiken und Prozessstörungen sind einfach zu groß. Die Finanzierung eines Bauprojekts wird in Zukunft gar nicht mehr möglich sein, wenn dieses nicht zuvor in 5D geplant wurde. 

Sie haben den Trend der Digitalisierung früh erkannt und sich somit eine komfortable Wettbewerbssituation erarbeitet?

Das ist richtig. Wir haben einfach fünf Jahre früher angefangen als andere. Wir haben uns in China neun Jahre eingeschlossen und intensiv entwickelt. 2009 wurde unsere Software mit großen deutschen Kunden getestet und 2010 in den Markt eingeführt. Wir sind rund 24 Monate der Konkurrenz voraus - auch wenn die alles dran setzt, uns einzuholen.

Wie wollen Sie Ihre Marktführerschaft verteidigen?

Wir müssen schnell unsere Kundenzahl und damit die Marktdurchdringung erhöhen. Wir wollen, dass  die Top-1000-Unternehmen der Welt unser iTWO kaufen und zwar für einen Preis, den wir für angemessen halten. Die besten Projekte und Kunden der Welt wollen wir zu unserem Portfolio zählen - die folglich auch bereit sind, einen höheren Preis für ein Top-Projekt zu bezahlen. Es ist wichtig für uns, mit renommierten Kunden eine Referenzliste aufzubauen, bevor wir mit dem Produkt in die breite Masse gehen. 

Dafür haben Sie mit mehr als 100 Millionen Euro liquide Mittel in der Firmenkasse. Wohin soll das Geld fließen?

Das Geld wollen wir in den Ausbau der Massen-Kunden-Struktur investieren. Hier dürfte jedoch der Großteil in das Cloud-Computing fließen, das auch im Bauwesen ein absoluter Megatrend wird. Denn der Hebel hier ist ungefähr zehn Mal so groß, als wenn wir ins Lizenzgeschäft investieren. Traditionelle Softwarehäuser, die keine Cloud-Strategie haben, sind total überbewertet. Mit Clouds, über die Bauprozesse abgewickelt werden können, kann einfach viel mehr Masse gemacht werden.

Wie sehen die mittelfristigen Pläne aus?

Bis 2020 dürfte das Potenzial in dem von uns adressierten Markt 200 Milliarden Dollar erreicht haben. Bis dahin wollen wir eine marktführende Stellung erreichen. Derzeit geht es darum, RIB entsprechend zu positionieren. Umsatz geht bis dahin weiter vor Gewinn. Auch wenn wir mit einer Ergebnismarge von 35 Prozent schon jetzt ganz gut dastehen. Wir hoffen, dass wir auf dem Weg dahin nicht übernommen werden, auch wenn wir wissen, dass wir Ziel strategischer Investoren sind.

Wo sehen Sie die Gesellschaft in drei Jahren? 

Die letzte große Innovation von Deutschland im Bauwesen war das Bauhaus. Die deutsche Bautechnologie hat in den 20er-Jahren damit damals Weltgeschichte geschrieben. Wir denken, dass  RIB mit iTWO ein Produkt am Markt hat, das das Weltbauwesen wieder verändern kann. Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren die weltweite Bauindustrie zu digitalisieren, um ähnlich wie SAP den Finanzbereich neu geregelt hat, auch das Bauwesen maßgeblich zu verändern.

Vielen Dank für das Gespräch!

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte:

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