RIB Software: Viel (Kurs-) Fantasie bei kommendem Weltmarktführer
Das Weltbauwesen verändern, neue Kunden an Land ziehen und mittelfristig Umsatz und Gewinn steigern. Die Pläne von Thomas Wolf, Vorstand der RIB Software AG, klingen ambitioniert. Aber der Visionär der Baubranche ist auf einem guten Weg, alles in die Tat umzusetzen. Bei einem anhaltend positiven Newsflow sollte auch die Aktie Fahrt aufnahmen.
DER AKTIONÄR hat bereits erklärt, dass die RIB Software AG das Weltbauwesen verändern will. Vorstand Thomas Wolf hat als Visionär der Baubranche dazu mit seinem Team eine innovative Software zum modellbasierten, digitalen Bauen entwickelt: die RIB iTWO. Was steckt dahinter? "Die digitale Darstellung der physischen und funktionalen Gebäudestruktur - das sogenannte Building Information Modelling, kurz BIM - ist ein neuer Ansatz im Bauwesen. Wir simulieren nicht nur, wie das Gebäude aussieht, sondern auch wie es gebaut wird bis hin zur Fertigstellung", erklärt RIB-Vorstand Thomas Wolf gegenüber dem AKTIONÄR. "Ich erwarte, dass in der Zukunft nichts mehr ohne Unterstützung durch diese 5D-Technologie gebaut wird. Die Vorteile durch die Beseitigung der heute bestehenden Kostenrisiken und Prozessstörungen sind einfach zu groß. Die Finanzierung eines Bauprojekts wird in Zukunft gar nicht mehr möglich sein, wenn dieses nicht zuvor in 5D geplant wurde", führt Wolf aus.
Weiterer Abschluss
Der Nutzen der Technologie ist demnach signifikant, seine Verbreitung steht aber erst am Anfang. "Wir müssen schnell unsere Kundenzahl und damit die Marktdurchdringung erhöhen. Es ist wichtig für uns, mit renommierten Kunden eine Referenzliste aufzubauen, bevor wir mit dem Produkt in die breite Masse gehen", so der Vorstand. Da passt die gestrige Meldung voll ins Bild. Die RIB Software AG hat einen weiteren Phase-II-Vertrag mit der MBN Bau AG über iTWO BIM 5D und RIB Finance abgeschlossen. Das Lizenzvolumen beträgt rund 0,7 Millionen Dollar. Die MBN Bau AG ist ein international tätiger deutscher Generalunternehmer und Bauträger.
Neue Kunden müssen her
Zur Erklärung: Die Vertriebspipeline gliedert sich bei RIB dabei in drei Phasen: In der ersten Phase erfolgt zum Test die Installation von fünf bis zehn Software-Lizenzen. Hier befinden sich aktuell rund 50 Kunden. Nach erfolgreicher Testphase erfolgt die Einführung von iTWO in einer oder mehreren Unternehmensabteilungen. Hier liegt das Volumen bereits bei rund 0,5 Millionen Dollar je Kunde. Darauf folgt die unternehmensweite Einführung der Softwarelösung. Die durchschnittlich erwarteten Umsätze liegen in dieser Phase III je nach Größe des Kunden zwischen einer Million und zehn Millionen Dollar. 2012 will RIB acht Kunden in die Phase II bringen - der MBN-Deal war die Nummer drei.

Auf dem richtigen Weg
Der neue Auftrag zeigt, dass integrierte modellbasierte Prozesse in der Baubranche immer mehr Anerkennung erfährt. Gelingt RIB die Marktdurchdringung und der Aufbau des virtuellen Bau-Marktplatzes in der Cloud, sollten Umsatz und Gewinn nachhaltig kräftig steigen. Dies sollte die Aktie dann auch nachhaltig nach vorne treiben. Ein weiterer Impulsgeber dürfte hier das auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche beschlossene Aktienrückkaufprogramm sein. Anleger sollten daher das aktuelle Kursniveau zum Kauf der Aktie nutzen. Das Kursziel liegt weiter bei 7,50 Euro.
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Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR
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