Christoph Albers
Rhön-Klinikum hat im zweiten Quartal wieder mehr verdient und gleichzeitig die Analystenerwartungen erfüllt. Zudem bekräftigte der private Krankenhausbetreiber seine Ziele für das laufende Jahr. Die Aktie zählt heute zu den Verlierern im MDAX.
Der MDAX-Konzern hat sein Nettoergebnis im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent auf 36,7 Millionen Euro erhöht. Das operative Ergebnis (EBIT) legte um 10,3 Prozent auf 51,6 Millionen Euro zu. Mit diesen Zahlen lag Rhön-Klinikum im Rahmen der Analystenschätzungen. Während der Umsatz mit einem Anstieg von 2,3 Prozent auf 639 Millionen Euro die Vorgaben der Experten knapp verfehlte. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pföhler sieht sein Unternehmen auf Kurs und bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll ein Umsatz von 2,6 Milliarden Euro und ein Nettogewinn von rund 145 Millionen Euro erzielt werden.
Wachstumstreiber Medigreif
In den ersten sechs Monaten kletterte der Umsatz um 10,7 Prozent oder rund 122 Millionen Euro auf 1,26 Milliarden Euro. Die erst zu Jahresbeginn integrierte Akquisition Medigreif steuerte 46,8 Millionen Euro zum Umsatzwachstum bei. Alle anderen ambulanten und stationären Einrichtungen teilten sich den Restwert von 75,6 Millionen Euro.
Weitere Übernahmen
Neben den Konkurrenten Asklepios und der Fresenius-Tochter Helios setzt auch Röhn-Klinikum sowohl auf internes als auch auf externes Wachstum. Aufgrund der schlechten Finanzlage bei Kommunen und Ländern sieht Pföhler gute Chancen für weitere Übernahmen. Der Konzernchef bestätigte an mehreren Akquisitionsverfahren für stationäre und ambulante Standorte beteiligt zu sein.
Positive Analystenstimmen
Die Experten der DZ Bank halten an ihrer Kaufempfehlung weiter fest. Sie sehen den fairen Wert bei 19 Euro. Noch zuversichtlicher äußert sich die Schweizer Großbank UBS. Die Einstufung der Analysten lautet weiter mit "Kaufen". Ihr Kursziel liegt bei 21 Euro.

Vorerst beobachten
Seit Jahresbeginn erreichte die Aktie eine Performance von zwei Prozent. Der MDAX hingegen stieg im gleichen Zeitraum um 12,7 Prozent. Mit einem KGV von 17 für 2010 ist die Aktie ambitioniert bewertet. Aktuell drängt sich deshalb kein Einstieg auf. DER AKTIONÄR rät Anlegern erst ab einem Niveau von 16 bis 16,50 Euro wieder über einen Kauf nachzudenken.