Jochen Kauper
Am Montag zählte die Aktie von Rheinmetall zu den wenigen die sich gegen den Abwärtsstrudel stemmen konnten. Der Grund: Ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und MAN steht offenbar kurz vor dem Abschluss eines milliardenschweren Auftrags der australischen Armee. Experten beziffern das Auftragsvolumen auf rund 1,45 Milliarden Euro. Die Börse sowie einige Analysten verteilen bereits Vorschusslorbeeren.
Die australische Tageszeitung The Age hatte bereits im Vorfeld berichtet. Das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN sei „bevorzugter Anbieter" für bis zu 2.700 geschützte und ungeschützte mittelgroße Fahrzeuge für die australische Armee. Am Montagmorgen veröffentlichte dann auch die australische Regierung auf ihrer Internetseite die Tatsache, dass man sich in Verhandlungen befinde.
Analysten positiv
Experten beziffern den Auftrag auf rund 1,45 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass Markus Turnwald von der DZ Bank die Rheinmetall-Aktie zum Kauf empfiehlt. "Bei diesen großen Aufträgen handelt es sich um langfristige Aufträge. Wenn wir davon ausgehen, dass die Fahrzeuge über einen Zeitraum von fünf Jahren geliefert werden, so würde das für Rheinmetall ein Umsatzvolumen von rund 300 Millionen Euro pro Jahr bedeuten", so Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe. "Der Auftrag zeigt, welches Potenzial der weltweite Rüstungsmarkt für Rheinmetall auch außerhalb Europas bietet. In 2010 entfielen noch 34 Prozent der Umsätze in Segment Defence auf Deutschland und 30 Prozent auf das restliche Europa", so der Experte weiter.
Zeit für positive News
Zuletzt hat Reinmetall die Ziele für das Gesamtjahr zurückgenommen. Auch hat Rheinmetall den geplanten Börsengang seiner Automobilsparte Kolbenschmidt Pierburg abgesagt. Begründet wurde der Schritt mit der schwierigen Lage an den Finanzmärkten.

40 Prozent Potenzial
"Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in Europa bietet der Heimatmarkt in den nächsten Jahren kaum Wachstumsfantasie. Aufträge dieser Größenordnung sind für Rheinmetall notwendig, um in den nächsten Jahren, unterstellt, weiter organisch zu wachsen", so das Fazit von Analyst Schönell. Der Experte vom Bankhaus Lampe bleibt für den Titel weiterhin positiv gestimmt und sieht ein Kursziel von 50,00 Euro. Der Auftrag der australischen Regierung wäre sicherlich ein positives Zeichen für die Rheinmetall-Aktie, allerdings rechtfertigt dies aus der Sicht des AKTIONÄRs - noch - keine Kaufempfehlung. Investierte Anleger können aber dabei bleiben.