Michael Herrmann
Rheinmetall hat im Zuge der Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Gewinn und Umsatz sollen stärker steigen als bisher erwartet. DER AKTIONÄR sieht weiter Luft für eine Korrektur nach oben.
Die Automobilproduktion ist in diesem Jahr wieder stark angestiegen. Die deutschen Automobilhersteller BMW, Daimler oder VW profitierten hiervon in besonderem Maße. Doch auch die Zulieferer gehören zu den Gewinnern dieser Entwicklung. Wegen der gestiegenen Automobilproduktion hat nun auch der Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall seine Jahresprognose für 2010 angehoben.
Gewinn und Umsatz sollen stärker steigen
Statt der bisher prognostizierten 3,7 Milliarden Euro will der Düsseldorfer MDAX-Konzern nun einen Umsatz von rund 3,9 Milliarden Euro erzielen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll 2010 von 15 Millionen Euro im Vorjahr auf 260 Millionen bis 280 Millionen Euro steigen. Bisher wurde lediglich ein EBIT von 220 Millionen bis 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Starkes Wachstum im zweiten Quartal
Grundlage für die Anhebung der Jahresprognose ist die gute Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Im Zeitraum von April bis Juni erzielte das Unternehmen ein Umsatzplus von knapp 17 Prozent auf 928 Millionen Euro. Das EBIT legte von minus 44 Millionen Euro auf plus 62 Millionen Euro zu und unterm Strich blieben im zweiten Quartal 38 Millionen Euro übrig. Für das zweite Halbjahr rechnen die Düsseldorfer mit einer weiterhin positiven Entwicklung. Dabei dürfte das Umsatzwachstum im Automobilzulieferergeschäft aber unter der Rate der ersten Jahreshälfte zurückbleiben.
Analysteneinschätzungen bestätigt
Die Prognoseanhebung bestätigt die Einschätzung der Analysten von Bankhaus Lampe und Commerzbank. Das Bankhaus Lampe hatte bereits im Juni auf die gute Entwicklung im Bereich Automotive hingewiesen. Stephan Böhm, Analyst der Commerzbank, kündigte an, dass der Konzern seine Jahresprognose bei der Vorlage der Quartalszahlen zum zweiten Mal nach oben revidiert werde. Beides wurde nun durch das Unternehmen bestätigt.
Luft nach oben
Charttechnisch ist es der Aktie zuletzt nicht gelungen die Marke von 50 Euro zu verteidigen. Nach Tiefstständen um die 42 Euro erholte sich das Papier jedoch leicht und die darauf folgende Bodenbildung im Bereich von 45 Euro erwies sich seither als stabil. Trotz Anhebung der Jahresprognose steht die Aktie heute Vormittag unter Druck. DER AKTIONÄR sieht sich durch die Prognoseanhebung in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Aktie schon bald wieder Anlauf auf das alte Zwischenhoch bei 54,50 Euro nehmen sollte. Der aktuelle Kursrücksetzer sollte daher zum Einstieg genutzt werden.