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Schwere Turbulenzen bei EADS

Dominik Schertel

Die Aktien von EADS finden sich am Dienstag mit einem dicken Minus auf der Verliererliste des MDAX wieder. Neben den schwachen Zahlen und der Streichung der Dividende belastet den Titel auch der Rückzug im Bieterwettstreit um einen Auftrag in zweistelliger Milliardenhöhe.

Der EADS-Konzern bekam im abgelaufenen Geschäftsjahr die Folgen der Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. Einzig der Umsatz konnte auf nahezu Vorjahresniveau bei fast 43 Milliarden Euro gehalten werden. Die anderen Geschäftskennzahlen schnitten auf Jahressicht deutlich schlechter ab. Das EBIT schrumpfte von 2,83 Milliarden Euro auf minus 322 Millionen Euro und das Konzernergebnis von 1,57 Milliarden Euro auf minus 763 Millionen Euro. Pro Aktie wurde 2009 ein Verlust von 0,94 Euro erwirtschaftet. Auch beim Auftragseingang dominiert auf Jahressicht ein dickes Minus. Während 2008 noch Aufträge im Wert von 98,65 Milliarden Euro an Land gezogen werden konnten, beläuft sich das Volumen an Neuaufträgen in 2009 auf lediglich 45,85 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand ging dagegen nur leicht um rund drei Prozent auf 389,07 Milliarden Euro zurück.  

Verhaltener Ausblick

Zu Beginn des Jahres 2010 sieht sich EADS gut aufgestellt für ein sich langsam erholendes, aber immer noch unbeständiges Wirtschaftsumfeld. Auf der Basis eines durchschnittlichen Wechselkurses von 1,40 Dollar/Euro erwartet EADS für 2010 einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Für das EBIT rechnet der Konzern, aufgrund Belastungen von Währungsgeschäften, mit einer Milliarden Euro. Die künftige EBIT-Entwicklung werde dabei maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, die Programme A400M, A380 und A350 gemäß den eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Kunden zu managen.

Keine Dividende

Neben den schlechten Zahlen dürfte den EADS-Aktionären auch die Streichung der Dividende sauer aufstoßen. Aufgrund des ausgewiesenen Verlustes wird die Firmenführung der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr zu streichen. Im Vorjahr bekamen die Aktionäre noch 0,20 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Rückzug bei Riesen-Auftrag

EADS hat sich zusammen mit ihrem US-Partner Northrop Grumman aus dem Bieterwettstreit um einen Auftrag über 179 Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe zurückgezogen. Die Ausschreibung hat ein Volumen von rund 35 Milliarden Dollar. Ursache für den Rückzug ist eine Begünstigung des Konkurrenten Boeing durch die US-Regierung. So hätte die in der Ausschreibung formulierten Beschaffungsmethode das kleinere, weniger leistungsfähige Tankflugzeug von Boeing begünstigt, heißt es von Seiten des EADS-Konzern. Unterstützung erhält der MDAX-Konzern aus der Politik. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht in der Ausschreibung eine klare Benachteiligung für EADS und warnt vor Protektionismus.

Schwere Zeiten voraus

DER AKTIONÄR hatte bereits erklärt, dass es sich bei EADS um ein heißes Eisen handelt und dass sich der MDAX-Wert eher für risikobewusste Anleger eignet. EADS hat noch schwere Wochen vor sich. Die schwachen Auftragszahlen sowie der verhaltene Unternehmensausblick unterstreichen dies. Aus charttechnischer Sicht gibt nun zunächst ein Unterstützungsbereich bei 14,50 Euro Halt. Anleger sollten diesen Bereich im Auge behalten, da bei Unterschreiten schnelle Rücksetzer auf 14,00 Euro und danach 13,50 Euro möglich sind.

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