Norbert Sesselmann

Rational kommt gut durch die Krise. Trotz schlechterer Geschäfte hat der Großküchen-Ausrüster Rational im abgelaufenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. DER AKTIONÄR nimmt die Aktie unter die Lupe.
Der bayerische Konzern Rational hat im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 314,4 Millionen Euro erreicht. Damit lag der Wert nur um acht Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern erreichte 67,3 Millionen Euro nach 61,7 Millionen Euro im Vorjahr. Hier hatten Analysten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf 64 Millionen Euro gerechnet. Auch beim operativen Gewinn übertraf Rational dank eines straffen Sparprogramms die Erwartungen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um neun Prozent auf 90,5 Millionen Euro
Kassen prall gefüllt - Dividende verdreifacht
Unterm Strich blieben dem Unternehmen 67,3 Millionen Euro in der Kasse. Das ist so viel wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Die Dividende soll auf 3,50 Euro angehoben werden. Das entspricht einem Ausschüttungsbetrag von insgesamt 39,8 Millionen Euro und einer Dividendenrendite von aktuell fast drei Prozent. Rational kommt nun auf eine stolze Eigenkapitalquote von 71,4 Prozent.
Ausblick vorsichtig positiv
Vorstand Michael Blaschke rechnet für 2010 mit „einer Wende wieder hin zu einem leichten Umsatzwachstum". Rational will nach einer Stabilisierung des Geschäfts im zweiten Halbjahr 2009 nun in einzelnen Märkten gezielt in den Vertrieb investieren. Dabei sind vor allem Asien und Indien interessant. Zur Höhe möglicher Investitionen machte das Unternehmen aber keine Angaben.

Potenzial vorhanden
Trotz eines großen Marktanteils von 54 Prozent stößt Rational noch nicht so bald an seine Wachstumsgrenzen. Von den weltweit 2,5 Millionen Profiküchen, die sich moderne Geräte leisten können, sind bisher nur 25 Prozent damit bestückt. Wachstumspotenzial ist also noch reichlich vorhanden und in der Aktie noch nicht vollständig eingepreist. Trotz aller positiven Grundtendenzen ist das Jahr 2010 aber noch mit erheblichen Risiken behaftet. Neben einer weltweit äußerst fragilen Bankenlandschaft sind ganze Staaten erstmals von der Zahlungsunfähigkeit bedroht.
DER AKTIONÄR bleibt weiterhin bei seiner positiven Einschätzung. Nachdem die Aktie, wie berichtet, am 02.02.2010 ein bullishes Kaufsignal generiert hat, stieg das Papier auf ein Zwischenhoch bei 135,00 Euro. Aktuell gibt die Aktie ein wenig nach. Investierte Anleger sollten die Aktie aber weiterhin halten und ihren Stopp auf 123 Euro nachziehen. Mittelfristig sind Kurssteigerungen in den Bereich von 144 Euro möglich.