Norbert Sesselmann
Rational spürt eine weltweite Belebung der Nachfrage. Der Großküchen-Ausrüster steht vor der Rückkehr auf den Wachstumspfad. Charttechnisch hat die Aktie ein Kaufsignal generiert.
Vor sechs Jahren gelang Rational mit dem ersten SelfCooking Center ein Quantensprung. Mittlerweile werden in den Geräten des Spezialisten für thermische Speisenzubereitung in Großküchen rund um den Globus täglich über 100 Millionen Essensportionen zubereitet. Durch das starke Wachstum konnte der Weltmarktanteil dabei auf 54 Prozent ausgebaut werden.
Starkes Halbjahr
Dies spiegelt sich auch im aktuellen Zahlenwerk wider: Im zweiten Quartal haben die Bayern die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Der Umsatz wurde um 14 Prozent auf 85 Millionen Euro gesteigert. Gleichzeitig kletterte das operative Ergebnis (EBIT) um 32 Prozent auf 26,5 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Rational 1,73 Euro je Aktie - 34 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Analysten hatten im Vorfeld einen Umsatz von 80,3 Millionen Euro, ein EBIT von 21,6 Millionen Euro und einen Überschuss von nur 1,41 Euro je Aktie prognostiziert.
Weltweite Belebung
"Umsatzseitig ist besonders erfreulich, dass laut Rational selbst von der Finanzkrise stark betroffene Märkte wie Spanien, Russland und die USA wieder positive Tendenzen zeigen", ergänzt Analyst Gordon Schönell vom Bankhaus Lampe. "Auf der Ertragsseite war es vor allem die hohe Bruttomarge, die zu einem deutlich über unseren Erwartungen liegenden Ergebnis geführt hat", so der Mid-Cap-Experte weiter. Diese erreichte mit 62 Prozent einen absoluten Top-Wert.
Rational-Chef Dr. Günter Blaschke machte für das starke Quartalsergebnis zudem das strikte Kostenmanagement verantwortlich. Er hält es durchaus für möglich, dass der SDAX-Konzern im Gesamtjahr wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zurückkehrt und das Niveau von 2007 erreicht. Damals setzte der Küchengerätehersteller rund 337 Millionen Euro um. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wäre das dann ein Umsatzwachstum von rund sieben Prozent. Bei einer weiterhin starken EBIT-Marge von knapp 30 Prozent dürfte demnach zu Weihnachten ein Gewinn je Aktie von 6,50 Euro in den Büchern stehen (siehe Grafik).
Blaschke selbst hält sich mit konkreten Prognosen noch zurück. Die noch immer im Finanzsektor schlummernden Gefahren seien noch nicht absehbar. Erst wenn die Wirtschaftskrise wirklich ausgestanden ist, hält er ein jährliches Wachstum von zehn bis 15 Prozent für möglich.

Aktie mit Kaufsignal
Gelingt es Rational, Umsatz und Gewinn in den kommenden Jahren wieder zweistellig zu steigern, sollte sich die über 30-jährige Erfolgsgeschichte fortsetzen - und die Aktie neue Höchststände ansteuern. Seit den Tiefstständen im März 2009 hat die Aktie ihren Wert bereits mehr als verdoppeln können. Der Aktie hat kürzlich ein Kaufsignal generiert. Das nächste Kursziel liegt nun bei 165 Euro.