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Quo vadis, DAX? Der Ausblick der Profis! (Teil 9)

Michael Schröder

Ein spannendes Börsenjahr ist zu Ende gegangen. Kurz nach Weihnachten hat der DAX noch einmal einen Zahn zugelegt - und ein neues Jahreshoch markiert. Doch die Anleger richten den Blick bereits nach vorne. All die Jahre wieder wird zum Jahreswechsel gerätselt: Wo steht der heimische Leitindex Ende 2010?

DER AKTIONÄR fragte nach bei Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.

DER AKTIONÄR: Warum waren die letzten Monate an den Aktienmärkten so stark?

Folker Hellmeyer: Zunächst war die Liquiditätsversorgung durch die Zentralbanken in den letzten Monaten unverändert üppig, was unterschwellig einen unterstützenden Einfluss auf die Aktienmärkte ausübte. Entscheidender war jedoch die Entwicklung der Realwirtschaft. Die Weltkonjunktur zog ausgehend von den potenten Schwellenländern viel nachhaltiger an, als es von den meisten Kollegen unterstellt wurde. Diese verbesserte Situation musste schlussendlich auch an den Akteinmärkten diskontiert werden. Wir freuen uns sehr, dass damit unsere Jahresprognose per 2009 mit antizipierten Tiefstkursen bei 3.700 Punkten in Frühjahr und einer Zielzone bei 5.700 bis 6.000 Punkte nahezu eine Punktlandung lieferte.

Mit welcher Entwicklung rechnen Sie in 2010?

Die Konjunktur wird bis in das Frühjahr hinein weiterhin positiv überraschen. Die Lager der Unternehmen sind zu großen Teilen leer und die Auftragslage treibt die Unternehmen in ihrer Aktivität vor sich her. Das liefert eine gute Qualität der Konjunkturbelebung. In diesem Zeitfenster unterstellen wir einen Anstieg auf 6.500 bis 6.800 Punkte. Übertreibungen sind nicht auszuschließen. Mithin ist diese Prognose als konservativ zu klassifizieren. Im weiteren Verlauf Richtung August/September stehen Korrekturen bis circa 5.000 Punkte auf der Agenda. Lager sind dann angemessen aufgestellt. Zweifel, ob die Konjunktur auch ohne Subventionierung durch Fiskalstimuli tragen wird, werden Katalysator der Korrektur sein. Diese Zweifel werden im weiteren Verlauf ausgeräumt. Ein lebhafter globaler Handel, erhöhter Konsum und Investitionen werden Richtung viertes Quartal eine Steilvorlage liefern, die per Ende 2010 erneut zu deutlichen Befestigungen des DAX führen werden.

Wo sehen Sie den DAX am Ende des Jahres?

Wir erwarten den DAX per Ende 2010 bei 6.500 Punkten.

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