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Quo vadis, ADVA Optical?

Jochen Kauper

Nach dem starken Kursrückschlag von 7,90 Euro bis auf 3,80 Euro im Tief, konnte sich die Aktie des Netzwerkausrüsters ADVA wieder fangen. Zuletzt hat der Vorstand mit den Zahlen für das zweite Quartal die Anleger wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken lassen. Wie sollten Anleger reagieren?

ADVA Optical hat im zweiten Quartal dank eines guten Geschäfts mit Netzbetreibern die eigenen Umsatz- und Gewinnziele übertroffen. Zwischen April und Juni erzielte das Team um Vorstand Brian Protiva einen Umsatz von 77,8 Millionen Euro. Ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Geschäfte laufen wieder besser

Ursprünglich hatte ADVA ein Umsatzziel zwischen 72 Millionen bis 77 Millionen Euro angepeilt. Das bereinigte Betriebsergebnis (ohne Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte) lag mit 3,5 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 1,9 Millionen Euro. Die Marge konnte dementsprechend auf 4,5 Prozent ausgebaut werden.

Kostensenkungen greifen

Die gute Entwicklung von Umsatz- und Gewinn brachte zuletzt ADVA-Finanzvorstand Jaswir Singh auf den Punkt: "Diese Entwicklung ist auf den stetigen Anstieg des Netzverkehrs durch Videoanwendungen und Cloud Computing-Dienste zurückzuführen." Die Verbesserung der Marge sei in erster Linie auf das Kostensenkungsprogramm zurück zu führen.

Vorstand bleibt konservativ

Für das dritte Quartal erwartet ADVA-Optical einen Umsatz zwischen 73 Millionen und 78 Millionen Euro. Analysten zu Folge hätte der Ausblick des Netzwerkausrüsters etwas euphorischer ausfallen können. Nichtsdestotrotz war bei der Aktie zuletzt eine Bodenbildung zu beobachten. Nachdem das Papier vom Hoch bei rund 7,90 Euro abstürzte, konnte das ADVA-Papier bei 3,80 Euro zur Gegenbewegung ansetzen. Mittlerweile steht der Kurs wieder bei 4,12 Euro.

WestLB sieht 30 Prozent Potenzial

Die letzten Quartalszahlen hat Thomas Langer von der WestLB als Steilvorlage aufgenommen. Der Analyst hat die Aktie von ADVA Optical auf „kaufen" hochgestuft. Das Kursziel lautet 5,50 Euro. Zwar sei die Aktie mit hohen Risiken behaftet, doch falls die Kooperation mit Juniper Networks im kommenden Jahr Früchte trage, könnte sich der Adva-Kurs durchaus verdoppeln, so Langer. Etwas weiter aus dem Fenster lehnt sich Analyst Zhancheng Li von der Privatbank Berenberg. Die Gewinn-Marge des Glasfaserkabel-Spezialisten habe sich von 1,3 auf 4,5 Prozent verbessert, schrieb Li in einer Studie vom Montag. Der Aktienkurs habe auf die verbesserten Ergebnisse noch nicht reagiert, die Marktteilnehmer seien durch den zu vorsichtigen Ausblick für das dritte Quartal verunsichert worden. Der Analyst bleibt bei seiner positiven Einschätzung und einem Kursziel von 6,20 Euro für die ADVA-Aktie.

ADVA-Aktie fängt sich

In den nächsten Monaten wird der Vorstand von ADVA weiterhin bei den Prognosen eher konservativ vorgehen. Mit den letzten Zahlen im Rücken sollte es der Aktie allerdings möglich sein, die Marke von 5,00 Euro wieder in Angriff zu nehmen.

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