Frank Phillipps
Qiagen lässt Worten Taten folgen: Nach guten Zahlen für das dritte Quartal legen die Hildener nach und verkünden eine Übernahme in den USA. Der Biotech-Zulieferer baut damit seine Führungsposition im Diagnostikmarkt weiter aus.
Kein Karnevalsscherz: Zwar beginnt heute am 11.11. um 11.11 Uhr die närrische Zeit, doch der in Hilden nahe Düsseldorf beheimateten Biotech-Firma Qiagen ist es durchaus ernst. Und zwar damit, den Ankündigungen, das Wachstum auch durch Akquisitionen voranzutreiben, auch Taten folgen zu lassen. Jüngstes "Opfer": die private US-Firma SABiosciences. Als Kaufpreis wurden 90 Millionen Dollar vereinbart.
Synergieeffekte nutzen
Das private Unternehmen, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Qiagens US-Niederlassung im US-Bundesstaat Maryland befindet, entwickelt sogenannte PCR-basierte Testpanels für biologische Signalwege und gesamte Krankheitsbilder. Die Testpanels eignen sich laut Qiagen-Vorstandschef Peer Schatz "hervorragend zur kombinierten Anwendung mit Qiagens Probenvorbereitungs- und Testtechnologien" und könnten auch auf den Instrumenten des deutschen Biotech-Zulieferers eingesetzt werden.
Geringe Belastung
Schon ab dem kommenden Jahr soll SABiosciences signifikante Umsatzbeiträge leisten. Für 2010 erwartet Qiagen Erlöse in Höhe von 24 Millionen Dollar, das Wachstum für die kommenden Jahre soll deutlich über dem bisherigen des Gesamtunternehmens liegen.
Infolge der Übernahme erwartet Qiagen, dass das Ergebnis im vierten Quartal mit zwei Cent je Aktie belastet wird. Für das 2010er-Ergebnis sieht Qiagen keine Belastung. Ab 2011 soll die Übernahme ihren Beitrag zur Erhöhung des Nettogewinns leisten.
Versprochen, gehalten
Qiagen kündigt an - und liefert. Bereits im August hatte Finanzvorstand Roland Sackers im Gespräch mit dem Aktionär eingeräumt, dass Qiagen sich nach potenziellen Übernahmezielen umsieht. Im September folgte die Übernahme von DxS, nun der Kauf von SABiosciences.
Auch wenn die Übernahme sowohl das Ergebnis als auch den Aktienkurs kurzfristig belasten dürfte, schafft Qiagen mit seiner Strategie die Voraussetzungen für künftiges Wachstum. DER AKTIONÄR bestätigt daher seine Kaufempfehlung für das Papier mit einem Kursziel von 17,50 Euro.