Florian Söllner
Der deutsche Solarzellenhersteller Q-Cells hat im zweiten Quartal überraschend viel verdient. Doch der Weg bleibt steinig. Auch die Aktie steht wieder vor großen Widerständen.
Ein ungewohntes Bild: Q-Cells legt schwarze Zahlen vor. Die Aktie legt vorbörslich nach dem gestrigen Absturz wieder zu. Denn nach vielen Quartalen mit hohen Verlusten hat der Solarzellenhersteller die Analysten dieses Mal positiv überrascht. Während die Experten im Schnitt nur einen operativen Gewinn in Höhe von 12,5 Millionen Euro erwartet hatten, gelang es Q-Cells 27,1 Millionen Euro zu verdienen. Auch der Umsatz war mit 333,5 Millionen Euro höher als erhofft und damit 144 Prozent über dem schwachen Vorjahresquartal. Nun geht der Solarhersteller 2010 von Erlösen zwischen 1,1 Milliarden und 1,3 Milliarden Euro aus. Bisher wurden 1,0 Milliarden bis 1,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Insbesondere der starke Anstieg des Produktionsvolumens der Malaysischen Solarzellenfabrik von Q-Cells hat zum Wachstum beigetragen. Dort wurde die Produktionsleistung im Vergleich zum Vorquartal auf knapp 100 MWp fast verdoppelt. Auch die Dünnschichtmodulproduktion am Standort Thalheim wurde auf rund 17 MWp nahezu verdoppelt.
Steiniger Weg
Karlheinz Hornung, Vorsitzender des Aufsichtsrats, sagte. "Die neue Strategie, Q-Cells zu einem Anbieter von Photovoltaik-Lösungen zu entwickeln, ist auf gutem Wege. Mit der Markteinführung der Solarmodule ist der erste erfolgreiche Schritt getan. Das spiegelt sich im positiven operativen Ergebnis für das zweite Quartal wider. Auch wenn der Weg weiter steinig sein wird, bin ich davon überzeugt, dass Nedim Cen, der Vorstand und das gesamte Q-Cells Team die anstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen werden."

Im Abwärtstrend
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Im zweiten Quartal hatte Q-Cells aufgrund des starken Gesamtmarktes viel Rückenwind. Die Gesellschaft muss nun beweisen, dass die operative Trendwende nachhaltig war. Charttechnisch bleibt die Aktie im Abwärtstrend. Die 6-Euro-Marke und die 38-Tage-Linie sind wichtige Widerstände. DER AKTIONÄR bleibt dabei: Anleger sollten mit einem Einstieg weiter abwarten und auf positivere charttechnische Signale warten.