Q-Cells: Rette sich wer kann – Kursziel 0,07 Euro
Die Aktie von Q-Cells setzt zum Wochenauftakt ihren freien Fall fort. Sie verliert am Montag kurz nach Handelsbeginn weitere acht Prozent und notiert nur noch bei 0,31 Euro – so tief wie noch nie. Und es drohen in Anbetracht der bevorstehenden Enteignung der Aktionäre weitere massive Kursverluste.
In der vergangenen Woche meldete Q-Cells die „grundsätzliche Einigung mit den Anleiheinhabern", die Aktie schoss um fast 40 Prozent nach oben. Eine bemerkenswerte Reaktion, denn was für die Anleihebesitzer ein Segen sein mag, bedeutet für die Aktionäre eine fast vollständige Enteignung.
Enteignung oder Insolvenz
Zukünftig werden die Gläubiger in Besitz von 95 Prozent aller Q-Cells-Aktien gelangen, sofern die Einigung Zustimmung findet. Davon ist aber auszugehen, weil die Alternative zu der fast vollständigen Enteignung die Insolvenz Q-Cells ist. In Anbetracht dieser Voraussetzungen müssen sich die Q-Cells-Aktionäre auf weitere scharfe Kursrückgänge einstellen.

Auf den Spuren von Conergy
Auch beim Mitbewerber Conergy war es vor knapp einem Jahr zu einer Umwandlung von Schulden in Eigenkapital gekommen. Nach einem kurzzeitigen Kurssprung ging die Aktie in den Sinkflug über und verlor bis heute rund 90 Prozent an Wert. Dabei war die Verwässerung der Conergy-Aktionäre damals bei Weitem nicht so stark wie jetzt bei Q-Cells.
Fairer Kurs 0,07 Euro
Mittelfristig müssen sich Q-Cells-Aktionäre auf einstellige Kurse im Cent-Bereich einstellen. Selbst bei einer ambitionierten Bewertung nach den Kapitalmaßnahmen läge der faire Wert für eine Q-Cells-Aktie bei gerade einmal 0,07 Euro - reichlich Platz nach unten im Vergleich zum aktuellen Kurs von 0,31 Euro. Das Fazit für noch immer investierte Anleger kann nur lauten: Rette sich wer kann!
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