Q-Cells: Nach der Rettung - was ist die Aktie jetzt noch wert?
Am Ende setzten sich doch die Koreaner durch. Der südkoreanische Hanwha-Konzern übernimmt weite Teile der insolventen Solarfirma Q-Cells, ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten. Aber was bleibt eigentlich für die Aktionäre? Was ist die Q-Cells-Aktie jetzt noch wert?
Am Mittwoch haben die Gläubiger von Q-Cells mit großer Mehrheit dem Verkauf des Geschäftsbetriebes an den südkoreanischen Mischkonzern Hanwha zugestimmt. Das in letzter Minute abgegebene Angebot der spanischen Isofoton, der anscheinend den Konzern als Ganzes übernehmen wollte, wurde wegen Bedenken bezüglich der Finanzierung ausgeschlagen.
Insbesondere der Q-Cells-Betriebsrat und ein großer Teil der Mitarbeiter sind mit der Lösung zufrieden, weil 730 der derzeit rund 1.000 Beschäftigten in Bitterfeld-Wolfen übernommen werden. Auch die Gläubiger können nicht klagen, sie erhalten durchschnittlich mindestens 20 Prozent ihrer Forderungen.
Totaler Ausverkauf
Für die Aktionäre sieht die Situation allerdings alles andere als gut aus. Denn wie der Pressmitteilung von Q-Cells zu entnehmen ist, übernimmt die Hanwha Gruppe „die weitaus größten Teile der gesamten Q-Cells Gruppe: in Deutschland den Standort in Bitterfeld-Wolfen mit Forschung, Entwicklung und Produktion von Solarzellen und -modulen sowie den Verwaltungsstandort Berlin; im Ausland den Produktionsstandort in Malaysia mit unverändert rund 500 Mitarbeitern sowie einige der internationalen Vertriebsgesellschaften."
Unter dem Strich bleibt also nicht mehr viel in der bisherigen Aktiengesellschaft Q-Cells SE. Denn der Bar-Kaufpreis von Hanwha in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe wird für die Ablösung von Verbindlichkeiten verwendet, oder zumindest für einen Teil von ihnen.
Weitere Kursverluste
Den Aktionären bleibt also nicht viel mehr als ein leerer Aktienmantel inklusive einer Börsennotierung. Solche Mäntel werden an der Börse selten mit mehr als einer Million Euro bewertet. Beim aktuellen Kurs von Q-Cells von 0,11 Euro beläuft sich die Marktkapitalisierung immer noch auf annähernd 20 Millionen Euro. Die verbliebenen Q-Cells-Aktionäre werden sich wohl auf weitere Kursverluste einstellen müssen.

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