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Q-Cells: Lernen von Apple

Florian Söllner

Der ehemalige Branchenprimus ist gescheitert. Jetzt beginnt die Suche nach den Schuldigen. Ist es die chinesische Konkurrenz, zuviel oder zu wenig staatliche Unterstützung? Tatsächlich war das Ende absehbar.

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Die erfolgreichste Firma der Welt ist Apple. Das Geheimnis der extrem hohen Margen ist, dass die Massenproduktion der Produkte komplett nach Asien ausgelagert wurde. Kein US-Amerikaner kann und will am Fließband für eine solch geringe Bezahlung iPhones für die Welt bauen. Stattdessen konzentrieren sich die gut ausgebildeten inländischen Mitarbeiter auf das Produkt-Design oder den Aufbau einer perfekten Marke.

Solarzellen sind technisch noch simpler in Massenproduktion herzustellen. Es ist daher aus volkswirtschaftlicher Sicht richtig, dass gerade dieser Teil der Solar-Wertschöpfungskette in möglichst effizienter und günstiger Art und Weise produziert wird. Nur das garantiert, dass Solarmodule weltweit rentabel betrieben werden können, der Zubau floriert und die Umwelt maximal geschützt wird. Auch die nach der Q-Cells-Pleite wieder geforderten Strafzölle sind falsch. Damit temporär und künstlich geschützte Firmen werden niemals langfristig und international erfolgreich sein.

Am Ende von Q-Cells ist nicht China schuld und keine zu niedrige Förderung, sondern vor allem die falsche Strategie des Solarzellenherstellers. Es ist kein Zufall, dass es Solarworld besser geht. Dieser deutsche Hersteller hat sich etwa rechtzeitig um den Aufbau einer Solarmodul-Marke gekümmert.

China nutzen

Die Zukunft der deutschen Solarindustrie darf es nicht sein, falsch positionierte Firmen zu stützen und die chinesische Konkurrenz zu verteufeln. Player, die die günstigen asiatischen Zellen für sich nutzen, um daraus hierzulande stimmige Endprodukte zu schnüren, werden zu den Gewinnern von morgen gehören. Denn während Zellen und Module als Massenware aus dem China-Container angeboten werden, müssen und können die Dachintegration, die Stromspeicherung, individuelle Module für die Hausfassade und letztlich die Installation auch künftig hierzulande gemacht werden. Auch die Solarmaschinen der China-Hersteller bleiben "Made in Germany".

Es geht weiter.

Der Autor dieses Artikels hatte sich gestern (vor der Insolvenz-Meldung) im Interview mit dem DAF zu Q-Cells und Solarworld geäußert.

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