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Q-Cells: Erholung oder Totalabsturz?

Alfred Maydorn

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Nach der Vorlage einer katastrophalen Bilanz für 2009 hat die Q-Cells-Aktie zunächst kräftig zugelegt, die Gewinne aber schnell wieder komplett abgegeben. Kann dem angeschlagenen Konzern die Trendwende gelingen oder müssen sich Anleger auf weiter fallende Notierungen einstellen?

Ein Milliardenverlust, horrende Abschreibungen und ein vager Ausblick - dass ist nicht gerade das, was Anleger hören wollen. Umso überraschender war, dass die Aktie von Q-Cells am Dienstag nach der Präsentation der Horror-Bilanz zeitweise kräftig im Plus notierte. Die Kursgewinne waren aber anscheinend in erster Linie auf Leerverkäufer zurückzuführen, die das hohe Handelsvolumen nutzten um ihre Shortpositionen einzudecken.

Am Mittwoch zeigt sich wieder das "gewohnte Bild": Q-Cells verliert knapp drei Prozent an Wert und notiert mit 7,62 Euro nur hauchdünn über dem erst vor wenigen Tagen erreichten Allzeit-Tief von 7,36 Euro.

Analysten senken den Daumen

Wie zu erwarten, haben die Anlysten nach der Präsentation der Zahlen kein gutes Haar am Bitterfelder Solarkonzern gelassen. Die Berenberg Bank hat die Einschätzung auf "Sell" belassen und das Kursziel von 6,50 Euro bestätigt. Man habe mit einem geringeren Verlust gerechnet und sehe das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kritisch. Auch die LBBW ist von den Q-Cells-Zahlen enttäuscht, belässt die Einschätzung auf "Sell" und senkt das Kursziel von 8,00 auf 6,20 Euro.

In den kommenden Tagen und Wochen ist mit weiteren negativen Einschätzungen zu rechnen. Gleichzeitig sitzen noch immer viele Anleger auf Positionen, die sie lieber heute als morgen verkaufen wollen. Diese Situation wird dazu führen, dass Ansätze zwischenzeitlicher Erholungen bereits im Keim erstickt werden.

Schlechte Zahlen in einem guten Jahr

Die vom Q-Cells-Vorstand für 2010 in Aussicht gestellte Geschäftserholung dürfte vor dem Hintergrund der jüngsten Kürzung der Einspeisevergütungen für Solarstrom ausgesprochen schwierig werden. Wenn schon in einem relativ guten Jahr für die Solarbranche, wie 2009, ein Milliardenverlust ausgewiesen werden muss, wie soll dann die Trendwende in einem Jahr mit weitaus schwierigeren Rahmenbedingungen gelingen?

Konstant fallende Kurse

Anleger sollten um die Q-Cells-Aktie weiterhin einen großen Bogen machen und sich nicht von den vermeintlich niedrigen Kursen zu Käufen hinreißen lassen. Das Einzige, worauf man sich bei Q-Cells in den letzten Monaten verlassen konnte, waren nahezu kontinuierlich fallende Kurse - und es spricht derzeit wenig dafür, dass sich daran etwas ändert.

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