Norbert Sesselmann
Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat im spanischen Valencia ein neues Verfahren zur Qualitätssteigerung in der Photovoltaik vorgestellt. "Für Kunden bedeutet das ein erhebliches Plus an Qualität für jede Zelle im Modul", zeigt sich das TecDAX-Unternehmen überzeugt.
Q-Cells hat bei der 25. European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition ein neues Verfahren vorgestellt. "Mit der neuen Technologie kann Q-Cells jede einzelne Solarzelle 100%-ig über die gesamte Wertschöpfungskette rückverfolgen", sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Nedim Cen. Das könnte das Geschäft weiter ankurbeln.
Umbau
Der neue Q-Cells-Chef baut sein Unternehmen derzeit um. Der Konzern möchte sich nicht weiter nur auf die reine Herstellung von Solarzellen spezialisieren sondern auch eigene Solarmodule zu einem günstigen Preis anbieten. Bei Q-Cells spricht man davon, zwar nicht so günstig wie die asiatischen Massenhersteller zu werden, aber dennoch unter den Qualitätsanbietern günstige Preise anzubieten.
Kursziel 6,30 Euro
Die Experten von der BNP Paribas haben ihre Einstufung für Q-Cells nach der europäischen Solarenergie-Konferenz in Valencia auf "Underperform" mit einem Kursziel von 6,30 Euro belassen. Die Analysten bevorzugen eher Hersteller qualitativ hochwertiger Produkte zu wettbewerbsfähigen Kosten wie Wacker Chemie und Solarworld und raten, Refinanzierungskandidaten wie Q-Cells zu meiden.
Gutes zweite Quartal
Der Wandel soll sich langfristig auch positiv auf die Wachstumsraten und damit auch auf Umsatz- und Gewinn auswirken. Nach vielen verlustreichen Quartalen ist es Q-Cells im zweiten Quartal 2010 gelungen schwarze Zahlen zu schreiben. Während die Experten im Schnitt nur einen operativen Gewinn in Höhe von 12,5 Millionen Euro erwartet hatten, gelang es dem Konzern 27,1 Millionen Euro zu verdienen. Auch der Umsatz lag mit 333,5 Millionen Euro rund 144 Prozent über dem schwachen Vorjahresquartal.
In einem Interview mit dem DAF verrät der Konzernchef Dr. Nedim Cen, wie das laufende dritte Quartal angelaufen ist.

Weiterhin meiden
An der Börse hat die Aktie in diesem Jahr bereits 50 Prozent an Wert verloren. Charttechnisch befindet sich das Papier weiter in einem intakten Abwärtstrend. Hier auf eine mittelfristige Trendwende zu spekulieren wäre nach Ansicht des AKTIONÄRs zu riskant. Erst ab einem Kursniveau von sechs bis acht Euro hellt sich die Situation allmählich auf. Auf diesem Kursniveau könnte eine Trendwende bevorstehen.