Steffen Eidam
Große Überraschungen traten bei den Quartalszahlen von Puma nicht zu Tage. Der Konzern ist im Umbruch – und gerade deshalb sollte sich ein Blick auf die Aktie lohnen.
Puma hat im zweiten Quartal die Erwartungen im Großen und Ganzen getroffen. Steigende Rohstoff- beziehungsweise Lohnkosten sowie Aufwendungen für Währungsabsicherungen zehren an den Margen. Spannender ist hingegen die Neuausrichtung unter dem Dach des Mutterkonzerns PPR.
Hohe Erlöse, hohe Kosten
Puma bleibt auch im zweiten Quartal auf Wachstumskurs. Vor allem dank des kräftigen Wachstums in Lateinamerika und Asien zogen die Erlöse um 9,4 Prozent auf 673,5 Millionen Euro an. Währungsbereinigt kletterte der Umsatz sogar um 14,1 Prozent in den Monaten April bis Juni. Unter dem Strich blieben 37,6 Millionen Euro hängen nach 34 Millionen im Vorjahr. „Die erzielten Geschäftsergebnisse unterstreichen unser Ziel, die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro in diesem Jahr zu erreichen," sagte der neue Puma-Chef Franz Koch. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich leicht von 53,6 auf 55,4 Millionen Euro.
Prognose bekräftigt
Auf Jahressicht rechnen die Franken weiter mit einem Umsatz von drei Milliarden Euro. Trotz des hohen Margendrucks geht das Management von einem Anstieg des Konzernsgewinns im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Am Markt kamen vor allem die Daten zum Umsatz gut an. Diese waren in erster Linie den hohen Wachstumsraten in Lateinamerika und Asien geschuldet. Außerordentlich gut verlief dabei das Geschäft in Japan.

Neue Rolle als Ankermarke
Die Zukunft von Puma verspricht einiges an Spannung. Der langjährige Firmenlenker Jochen Zeitz übernimmt den Posten des Puma-Verwaltungsrats bei der Konzernmutter Pinault-Printemps-Redoute (PPR) in Paris. In dieser strategisch wichtigen Funktion wird Puma zur neuen Ankermarke im Firmenverbund herausgeputzt. Seinem Nachfolger Koch lässt er dennoch freie Hand. „Und dadurch, dass wir die Strategie für unseren Wachstumsplan bis 2015 ja gemeinsam festgelegt haben, sind viele Dinge schon gemeinschaftlich entschieden worden", erläuterte Zeitz das Zusammenspiel mit der Zentrale in Herzogenaurach.
Augen auf
Anleger sollten die Puma-Aktie auf der Rechnung haben. Die Schwächephase mit Kursen unter der Marke von 200 Euro scheint überwunden. Die Neuausrichtung beim Sport- und Lifestylekonzern dürfte der Raubkatze wieder Beine machen. Das Kursziel beträgt zunächst 260 Euro, der Stopp sollte bei 190 Euro gesetzt werden.
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