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Public Power – Eine heiße Wette

Thorsten Küfner

Die Entwicklung der griechischen Aktien war in den vergangenen Monaten ein einziges Trauerspiel. Mit der Aktie von Public Power können hartgesottene Anleger auf die Wende in dem arg gebeutelten Land setzen.

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An den Märkten zeigten sich die Händler allerdings allein schon durch die Tatsache erleichtert, dass es in Athen zumindest wieder eine handlungsfähige Regierung gibt. Ebenfalls zuversichtlich stimmt einige Experten, dass die drei Parteien an der Spitze des Landes erklärt haben, Griechenland solle im Euroraum verbleiben. Dieses Bekenntnis hat offensichtlich bei einigen Marktteilnehmern dazu geführt, dass sie den zuletzt stark vernachlässigten griechischen Aktienmarkt noch einmal näher unter die Lupe nehmen. Schließlich gibt es dort einige Unternehmen, die zwar zweifellos unter der Krise zu leiden haben, deren Aktien allerdings äußerst stark unter die Räder gekommen sind - was langfristig orientierte Anleger ausnutzen.

Börsenprofi Prof. Max Otte verweist etwa darauf, dass sich die Marktkapitalisierung der griechischen Aktien auf nur noch zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts beläuft. Offenbar hat sich nun auch ein amerikanischer Fonds in den griechischen Markt eingekauft. Den Angaben zufolge besitzt der Fonds mittlerweile knapp fünf Prozent aller griechischen Aktien.

Auf defensive Werte setzen!

Mutige Anleger können diesem Beispiel folgen, wenn auch die Positionsgröße angesichts der immer noch enorm hohen Risiken natürlich sehr klein gehalten werden sollte. Zudem sollte der Fokus auf eher defensive Werte gelegt werden, wie etwa auf Versorger.

Denn so viele Unklarheiten um die Zukunft Griechenlands auch bestehen, eines ist sicher: Die Einwohner des Landes und die zahlreichen Touristen benötigen Tag für Tag Elektrizität. Diese stellt in Griechenland vor allem ein Unternehmen zu Verfügung: die Public Power Corporation (in Griechenland eher unter dem Namen DEI beziehungsweise Dimosia Epichirisi Ilektrismou bekannt).

Das Schlimmste überstanden?

Natürlich hat auch die Public Power Corporation (PPC) stark unter der schweren Rezession in Griechenland zu leiden gehabt. So verbuchte der Konzern im ersten Quartal des laufenden Jahres einen Verlust von 1,4 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Überschuss von 62,1 Millionen Euro gerechnet. Ein Hauptgrund für die schwache Ergebnisentwicklung war die Tatsache, dass PPC die Rückstellungen für nicht gezahlte Stromrechnungen im Berichtszeitraum auf 54 Millionen Euro verdoppelt hatte, um sich für zukünftige Einnahmeausfälle zu wappnen.

Wende beim Aktienkurs

Ein wahres Trauerspiel war jedenfalls die Kursentwicklung der PPC-Aktie. Ausgehend von 37,40 Euro im Jahr 2007 sank der Kurs der Anteilscheine zuletzt bis auf gerade einmal 1,15 Euro. In den vergangenen Wochen - auch angetrieben von der diesmal erfolgreichen Regierungsbildung - startete die Aktie eine Erholung. Mittlerweile notiert das Papier zumindest wieder bei mehr als zwei Euro, was allerdings immer noch ein äußerst niedriger Preis für das Unternehmen ist.

An der Börse ist PPC, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro erwirtschaftete, nur mit knapp 480 Millionen Euro bewertet. Am 31. März verfügte der Konzern über Eigenkapital in Höhe von 6,3 Milliarden Euro. Das KBV der Aktie beträgt aktuell gerade einmal 0,1 und das 2013er-KGV lediglich 3. Trotz aller Probleme, die Griechenland und damit auch der größte Stromversorger des Landes haben, ist eine derart niedrige Bewertung  nicht gerechtfertigt.

Heiße Wette auf das Comeback

Keine Frage: Ein Kauf der Aktie von PPC ist ganz klar eine Wette darauf, dass es in Griechenland nicht noch weiter bergab geht. Sollte sich die Wirtschaft zumindest stabilisieren und das Land im Euroraum verbleiben, winken hohe Gewinne. Trifft dies nicht ein, könnte die Aktie sogar zum Penny-Stock werden. Daher sollten ausnahmslos risikobereite Anleger einsteigen und die Positionsgröße klein halten. Der Stopp sollte auf 1,80 Euro nachgezogen werden.

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