Michael Herrmann
ProSiebenSat.1 Media steigt als Mehrheitseigner bei einer bisher wenig bekannten amerikanischen Medienproduktionsfirma ein. Der Konzern will so den lukrativen US-Fernsehmarkt erschließen. Die Aktie steht kurz vor dem Bruch eines äußerst markanten Widerstands.
ProSiebenSat.1 will auf dem US-amerikanischen TV-Markt Fuß fassen. Durch sein Tochterunternehmen Red Arrow Entertainment Group hat sich der Medienkonzern mit 51 Prozent an der Medien-Produktionsgesellschaft Kinetic Content beteiligt. Das Unternehmen, das erst in diesem Jahr in Los Angeles gegründet wurde, ist bisher sicherlich nur den wenigsten Anlegern bekannt. Unternehmensgründer Chris Coelen war bis 2009 als Chef der Produktionsfirma RDF Media USA und dort verantwortlich für den Vertrieb von über 30 teils sehr erfolgreichen TV-Serien und Specials. Diese Erfahrung will er bei Kinetic Content einbringen und sich dabei auf die Entwicklung und Produktion von "genre- und plattformübergreifenden Programminhalten" konzentrieren.
ProSiebenSat.1 übernimmt Vertrieb
Über die Red Arrow Tochtergesellschaft SevenOne International wollen die Münchner die weltweite Vermarktung aller Kinetic Content-Formate übernehmen. "Der Anteilserwerb ist für Red Arrow ein bedeutsamer Schritt. Mit Chris Coelen haben wir einen außergewöhnlichen Produktions- und Kreativpartner gewonnen", kommentierte Jan Frouman, geschäftsführender Direktor der Red Arrow Entertainment Group, den Deal mit Kinetic Content. Die Zusammenarbeit komme zum richtigen Zeitpunkt und sei eine hervorragende Chance, die Gruppe weiter zu internationalisieren und die Präsenz im weltweit größten TV-Markt auszubauen.

Markante Widerstandslinie im Visier
Der Einstieg bei Kinetic Content zeigt, dass nicht nur die Aktie von ProSiebenSat.1 Großes anstrebt, sondern auch der Medienkonzern selbst amibitionierte Pläne verfolgt. Der Einstieg in den lukrativen amerikanischen Medienmarkt bietet sicherlich große Chancen. Gelingt er würde das Wachstumspotenzial der Münchner deutlich steigen.
Charttechnsich befindet sich die Aktie weiter in einem klaren Aufwärtstrend. Das angekündigte kurzfristige Kursziel des AKTIONÄRs von 16 Euro hat die Aktie mittlerweile allerdings erreicht. Bei diesem Zielbereich verläuft eine markante Widerstandslinie. Aufgrund des hohen Momentums sind weiterhin kurze heftige Rückgänge einzukalkulieren, von denen sich investierte Anleger aber nicht verunsichern lassen sollten. Langfristig bleiben Kurse um 19 Euro möglich.