Premiere bei Nordex
Das gab es in der Unternehmensgeschichte von Nordex noch nie: Der kleine Windanlagenhersteller aus Norddeutschland wird bis Ende 2012 einen Windpark in China mit Windrädern ausstatten. An der Börse stößt diese Nachricht jedoch auf taube Ohren. Wie sollen sich Anleger jetzt verhalten?
Der Windkraftanlagenbauer Nordex hat den ersten Auftrag für Großturbinen aus China erhalten. Wie das Unternehmen berichtete, werde der 30-Megawatt-Windpark nahe der Küste bei Zhongguo bis Ende 2012 mit 2,5-Megawatt-Anlagen ausgestattet. Die Anlagen würden von Nordex in China hergestellt.
20 Prozent weniger Kosten
Der Turbinenhersteller hat den Vertrieb der Anlagen vom Typ N90/2500 in China erst im Herbst 2011 gestartet. „Mit unserem neuen Produktprogramm für Asien erschließen wir uns ein Segment, dass in China eine starke Nachfrage findet", sagte Vertriebsvorstand Lars Bondo Krogsgaard. Die Herstellungskosten pro Megawatt betragen im Reich der Mitte rund 800.000 Euro. In Deutschland liegen die Produktionskosten im Schnitt bei einer Million Euro.

Klassische Turnaround-Wette
China ist der größte Windanlagenmarkt der Welt. Nordex hat das Potenzial erkannt und sich in diesem großen Markt positioniert. Überbewertet sollte dieser Auftrag aber nicht werden. Daher wäre es jetzt auch falsch, blind in Nordex einzusteigen. In den letzten Jahren hat der Konzern sehr viel Substanz vernichtet und musste sich immer wieder durch Kapitalerhöhungen frisches Geld beschaffen. Zwar hat der Vorstand für dieses Jahr schwarze Zahlen versprochen, sicher scheint dies aber nicht. Daher sollten nur risikobereite Anleger einsteigen. Schafft Nordex den Turnaround, ist eine Kursverdopplung möglich.
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