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Premiere-Aktie im Sinkflug - ESPN bietet mehr

Leon Müller

Premiere-Aktien stürzen ab. Konkurrent ESPN soll für die Bundesliga-Rechte mehr geboten haben als die Münchener, heißt es. Wird der zum Walt-Disney-Konzern gehörende Sportsender damit zu einem ernstzunehmenden Kontrahenten? Erst gestern hatte der Einstieg von Berlusconi die Premiere-Aktie nach oben katapultiert.

Premiere-Aktien stürzen ab. Konkurrent ESPN soll für die Bundesliga-Rechte mehr geboten haben als die Münchener, heißt es. Wird der zum Walt-Disney-Konzern gehörende Sportsender damit zu einem ernstzunehmenden Kontrahenten? Erst gestern hatte der Einstieg von Berlusconi die Premiere-Aktie nach oben katapultiert.

Die Bundesliga bei Premiere. Branchengerüchten zufolge hat das Walt-Disney-Unternehmen ESPN ein höheres Gebot abgegeben.

Die Premiere-Aktie steht einmal mehr im Rampenlicht. Noch am Montag begrüßten die Aktionäre des Münchener Pay-TV-Senders den Einstieg des italienischen Medienmagnaten Silvio Berlusconi mit einem Kursfeuerwerk (siehe auch „Was hat Berlusconi mit Premiere vor?“). Kurz zuvor nährte ein Bericht im Handelsblatt (siehe auch Handelsblatt: „Bundesliga hängt am seidenen Faden“) die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf einen Erfolg der Premiere AG bei der Vergabe der Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga ab der Saison 2009/10. Dem Bericht zufolge drohe den Münchenern, deren größter Teilhaber die von Rupert Murdoch geführte News Corp. ist, von Seiten der Kabelkonzerne Unitymedia und Kabel Deutschland keine Konkurrenz. Jetzt allerdings ist die Euphorie wieder verflogen. Das Papier von Premiere verliert zur Mittagszeit im zweistelligen Bereich.

ESPN wird zum Kontrahenten für Premiere

Die dunklen Wolken über der Aktie von Premiere sind in Gestalt des amerikanischen Sportsenders ESPN aufgetaucht. Bereits Ende Oktober hatte der eigenen Angaben zufolge größte Sportsender der Welt sein Interesse offen geäußert. „Als eines der führenden Sportmedien-Unternehmen dehnen wir weltweit unsere Sport-Rechte aus, da wo es wirtschaftlich Sinn macht“, sagte Unternehmenssprecher Damion Potter. Daraufhin titelte die BILD: „Kauft Micky Maus die Bundesliga?“ Das Boulevard-Blatt stellte den Vergleich nicht ohne Grund auf: Hinter ESPN steht der mächtige Medienriese Walt Disney. Nachdem Micky-Maus-Theater war es ruhig geworden um ESPN. Jetzt sollen die Amerikaner Branchengerüchten zufolge einen höheren Preis für die Bundesligarechte geboten haben. Nun wird erwartet, dass Premiere sein Angebot nochmal nachbessern muss, wollen die Münchener nicht leer ausgehen.

Der Preis allein ist nicht entscheidend

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärte Anfang Oktober, der Preis allein sei nicht entscheidend.

Die Ängste der Marktteilnehmer dürften überzogen sein. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte vor etwa einem Monat durchklingen lassen, dass es nicht allein auf den Preis ankommen würde. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärte: „Nicht das höchste Angebot ist automatisch das beste.“ Unterstützung erhielt Premiere zum damaligen Zeitpunkt auch von FC Bayern München-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der sich für eine weitere Zusammenarbeit der DFL mit Premiere aussprach. Darüber hinaus machte der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Theo Zwanziger, deutlich, dass man die Zuschauer-Gewohnheiten berücksichtigen müsse (siehe auch „Premiere vor Übernahme durch News. Corp?“).

Kursrücksetzer zum Einstieg nutzen

Spekulativ orientierte Anleger nutzen Kurse unter 3,40 Euro, um sich einige Stücke zu sichern. Nachdem sich nur 19 Interessenten für die Rechte der DFL gefunden haben, wird zeitnah mit der Bekanntgabe der künftigen Rechteinhaber gerechnet. Erhält Premiere wie erwartet den Zuschlag, dürfte die Aktie ähnlich wie am Montag einen kräftigen Satz nach oben machen.

UPDATE: Premiere rechnet mit Zuschlag

Premiere hat mitgeteilt, dass es trotz des möglicherweise höheren Konkurrenzangebots von ESPN mit dem Zuschlag für die Übertragungsrechte der Bundesliga rechnet. "Wir sind seit 17 Jahren Partner der Bundesliga und gehen davon aus, diese Partnerschaft weiter fortzusetzen", sagte ein Firmensprecher. Mit einer Entscheidung wird am Freitag gerechnet.

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