Praktiker: Wann fällt die 1,40 Euro?
Mit einem Freudensprung hat die Aktie der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker auf die Meldung reagiert, dass Vorstand und Aufsichtsrat mit Großaktionärin Isabella de Krassny über eine neue Finanzierung verhandeln wollen. Seitdem ist es wieder ruhig geworden. Doch die Ruhe scheint trügerisch.
Offensichtlich wartet der Markt nur darauf, dass Details aus den Gesprächen bekannt werden. Es deutet vieles darauf hin, dass auch de Krassny die profitable Tochter Max Bahr als Sicherheit verlangt. Allerdings dürften die Kreditbedingungen deutlich niedriger sein als von US-Investor Anchorage, der zunächst von Aufsichtsrat und Vorstand als Retter auserkoren war. Die Frage, die die Anleger derzeit umtreibt: Wie hoch wird die Kapitalerhöhung ausfallen.
Vedder mit von der Partie?
Dass es eine Kapitalmaßnahme geben wird, scheint ausgemacht Sache. Bislang stand eine Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro im Raum. Damit hätte sich die Aktienzahl faktisch verdoppelt. Zudem wollte Anchorage ein Darlehen über 85 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Wie hoch die Kapitalerhöhung jetzt ausfallen wird, ist allerdings offen. Isabella de Krassny hatte zuletzt die Meinung vertreten, es müssten nicht gleich so viele Praktiker-Filialen auf Max Bahr umgeflaggt werden. Damit könnte der Kapitalbedarf geringer sein. Unklar ist auch noch, ob Investor Clemens Vedder mit von der Partie ist. Ursprünglich wollte er mit 30 Millionen Euro bei Praktiker einsteigen.

DER AKTIONÄR hatte stets betont, dass die Praktiker-Aktie nur risikobewussten Investoren vorbehalten ist, die notfalls auch bereit sind, einen Verlust zu realisieren. Das Unternehmen ist noch lange nicht aus dem Schneider. Allerdings könnte die Aktie Rückenwind bekommen, wenn die Details zur Refinanzierung bekannt werden und die Kapitalerhöhung tatsächlich geringer ausfallen sollte als befürchtet. DER AKTIONÄR sieht weiterhin gute Chancen für eine Refinanzierung. Ein Angriff auf die 1,40-Euro-Marke könnte schon in Kürze starten. Gelingt der Ausbruch, wäre auch aus charttechnischer Sicht der Weg für steigende Kurse eröffnet.
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