Markus Bußler
Die Aktie der Baumarktkette Praktiker präsentiert sich seit Tagen fest. Fundamental gibt es keine Neuigkeiten. Allerdings machen verschiedene Gerüchte die Runde. Was steckt dahinter? Und vor allem: Wie geht es weiter mit der Aktie. DER AKTIONÄR mit einer Lagebesprechung.
Die Story dürfte mittlerweile jeden bekannt sein: Die Baumarktkette hat ein Problem. Die 20-Prozent-Aktionen haben dem Konzern mehr geschadet als genutzt. Während andere Unternehmen in der Branche Zuwächse zu verzeichnen hatten, blieben die Kunden Praktiker fern. Doch zuletzt gab es einen ersten Lichtblick. Zum Jahresende konnte Praktiker den Trend erstmals stoppen. Es kam zu einer Stabilisierung, wenn auch auf niedrigem Niveau. Der neue Konzernchef Thomas Fox braucht für die geplante Sanierung Geld, rund 300 Millionen Euro.
Kommt eine Kapitalerhöhung?
Und genau hier setzen die Spekulationen an. Wird der Kurs künstlich hoch gehalten, um dem Unternehmen eine Kapitalerhöhung zu ermöglichen? Wäre dies der Fall, dürfte der Kurs genauso schnell wieder in sich zusammenbrechen, wie er gestiegen ist. Bei Small Caps sieht man so etwas häufiger. Doch ist das auch bei Praktiker möglich? Immerhin ist die Aktie äußerst liquide. Ein Investor müsste entsprechend viel Kapital einsetzen, um den Kurs nach oben zu bewegen. Und hätte dann das Risiko auf den Papieren zu sitzen, sollte der Kurs nach Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung wieder einbrechen. Möglich ist ein solches Szenario zwar, doch es erscheint nicht sehr wahrscheinlich.
Die Euro am Sonntag meldet, dass Sanierer Thomas Fox darüber nachdenkt, eine Wandelanleihe zu begeben. Ein möglicher Zeichner soll demnach auch schon feststehen. Europas größte Baumarktkette Kingfisher, die auch schon bei Hornbach im Boot sitzt, soll Interesse haben, einzusteigen. Grundsätzlich wäre ein solcher Schritt natürlich begrüßenswert. Vorstellbar ist natürlich auch, dass sich eine andere ausländische Baumarktkette beteiligt. In der Vergangenheit fiel immer wieder der Name Home Depot. Der US-Riese hatte nach eigenem Bekunden Interesse daran, in Europa Fuß zu fassen.

DER AKTIONÄR hatte zuletzt zum Einstieg bei Praktiker geraten. Aktionäre, die dieser Empfehlung gefolgt sind, lassen ihre Gewinn laufen und ziehen den Stoppkurs auf 1,75 Euro nach. Die Rallye bei der Praktiker-Aktie kann durchaus bis in den Bereich von 3,00 Euro reichen. Dabeibleiben!