Praktiker: Schwacher April, aber …
Nachdem der Markt in den vergangenen Wochen nur auf die Restrukturierung bei Praktiker geblickt hat, liefert der Konzern heute Zahlen für das zweite Quartal. Große Überraschungen gibt es dabei nicht. Das schlechte Wetter im April hat den Konzern die Bilanz verhagelt.
Dennoch: Vergleicht man die Zahlen mit denen aus dem Vorjahr, ist eine Verbesserung ersichtlich, die im Wesentlichen aus dem Rückgang von Sondereffekten resultiert. Der Umsatz sank im Deutschlandgeschäft um 5,4 Prozent auf 659,5 Prozent. Allerdings verbesserte sich das EBITDA bei Praktiker Deutschland von minus 47,8 Millionen Euro auf minus 6,5 Millionen Euro. Max Bahr wies nach 9,7 Millionen im Vorjahr jetzt 14,0 Millionen aus. Für den Konzern ergibt sich damit im zweiten Quartal ein positives EBITDA von 5,2 Millionen Euro. „Die Entwicklung im zweiten Quartal entspricht nach allen bisher vorliegenden Indikatoren dem allgemeinen Branchentrend in Deutschland", erklärte Dr. Kay Hafner, Vorstandsvorsitzender der Praktiker AG, „sie spiegeln also eine temporäre Marktschwäche wider, keine spezifische Schwäche unserer Marken."
Auslandsgeschäft im Zeichen der Krise
Im Auslandsgeschäft kämpft Praktiker nach wie vor mit der Schuldenkrise. Die Umsätze konnte Praktiker nur in der Ukraine steigern, in allen anderen Ländern gingen sie zurück. Im Segment International hat Praktiker im zweiten Quartal 227,4 Millionen Euro umgesetzt, 12,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Allerdings war mehr als ein Viertel des ausgewiesenen Rückgangs auf veränderte Wechselkurse zurückzuführen. Währungsbereinigt wäre der Umsatz im Ausland nur um 8,5 Prozent hinter den entsprechenden Vorjahreswerten zurück geblieben.

Die Zahlen haben damit im Wesentlichen die Erwartungen der Analysten getroffen. Damit dürfte weiter die Refinanzierung und Sanierung des Unternehmens im Blickpunkt stehen. Und hier dürfte es zu einem Machtkampf kommen: Großaktionärin Isabella de Krassny will den Einstieg des US-Finanzinvestors Anchorage verhindern, der ein Hochzins-Darlehen über 85 Millionen Euro bereitstellen will. Dazu ist ihr jetzt Investor Clemens Vedder zur Seite gesprungen, der ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag bereitstellen will. Die Mittel könnten sogar bis 100 Millionen aufgestockt werden, sagte ein Sprecher. Die Finanzierung wäre für Praktiker wohl wesentlich günstiger. Auch könnte die Kapitalerhöhung nicht so hoch ausfallen, wie vom Markt erwartet. Die Aktie hat gestern bereits deutlich zugelegt. Offensichtlich hofft der Markt, dass das Konzept von de Krassny und Vedder sich durchsetzen wird. Einen ausführlichen Artikel zu Praktiker lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des AKTIONÄR, die Sie gleich hier herunterladen können.
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