Praktiker: Probleme über Probleme! Jetzt kaufen?
Wie geht es weiter bei der Baumarktkette Praktiker? Ist das Papier ein heißer Turnaroundkandidat oder geht die Aktie den gleichen Weg wie Pfleiderer? Die Nachrichtenlage ist düster. Die ersten Geschäfte schließen. Gibt es dennoch Gründe, die Aktie zu kaufen?
Sicher: Erste Hoffnungsschimmer gab es im ersten Quartal. Der Umsatz im Deutschlandgeschäft stieg wieder leicht. Einzig im Ausland konnte der Negativtrend noch nicht aufgefangen werden. Auch der Verlust fiel mit 62,1 Millionen Euro um rund 13 Prozent geringer aus als noch im Vorjahreszeitraum. Doch ein erfolgreicher Turnaround sieht sicherlich anders aus. Zu allem Überfluss sind sich Großaktionär und Vorstand nicht über die Strategie einig. Während Großaktionärin Isabella de Krassny am liebsten das Auslandsgeschäft verkaufen und die Marke Max Bahr weiter stärken würde, setzt Vorstand Thomas Fox auf einen Erhalt des Auslandsgeschäfts und will Praktiker weiterhin als Discounter positionieren - allerdings ohne die Rabatt-Aktionen, die Praktiker letztlich in die Krise befördert haben.
Erste Läden schließen
In der Zwischenzeit hat Praktiker damit begonnen, die ersten Märkte zu schließen. Die Filiale in Krefeld wurde demnach bereits Ende März dichtgemacht. In der zweiten Jahreshälfte sollen mindestens sechs weitere Praktiker-Filialen sowie zwei Geschäfte der Tochter extra Bau+Hobby folgen. Wie viele weitere Märkte in Deutschland und im Ausland insgesamt geschlossen werden, hänge vom Ausgang der Verhandlungen mit Vermietern und Investoren ab. Insgesamt gelten 30 der 234 Märkte als unrentabel.
Derzeit kann wohl niemand mit Gewissheit sagen, ob es dem Management gelingt, den Turnaround zu schaffen. Die Aktie dürfte daher auch in Zukunft hoch volatil bleiben und auf Unternehmensnachrichten - je nachdem, wie sie ausfallen - sprunghaft reagieren. DER AKTIONÄR rät Anlegern angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, weiter am Seitenrand zu bleiben. Ein Einstieg ist mit zu vielen Unbekannten behaftet.
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