Praktiker: Plus 100 oder Minus 25 Prozent?
Zu Beginn der vergangenen Woche hat nicht mehr viel für ein Engagement in der Aktie der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker gesprochen. Doch am Donnerstag hat sich das Blatt gewendet. Vorstand und Aufsichtsrat wollen nun doch auf das Finanzierungskonzept der Großaktionärin zurückgreifen. Ein Grund einzusteigen?
Der vermeintliche Retter Anchorage stellte sich in den Finanzierungsverhandlungen dann doch nicht als so gönnerhaft heraus, wie erhofft. Statt das Darlehen schnell auszuzahlen, hat Anchorage neue Forderungen gestellt. So sollte die zweite Hälfte des Darlehensbetrages erst dann fließen, wenn Praktiker eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat. Diese wäre aber zum Kurs von nur noch knapp über einem Euro praktisch wohl nicht mehr durchführbar gewesen.
De Krassny wieder im Spiel
Der Aufsichtsrat zog die Reißleine und brach die Exklusiv-Verhandlungen mit Anchorage ab. Jetzt kommt wieder das Finanzierungskonzept von Isabella de Krassny, die für die Großaktionäre Maseltov und Semper Constantia spricht, ins Spiel. Der Zinssatz soll niedriger sein, als der von Anchorage. Zudem scheint ihr als Aktionärin mehr an der Rettung des Unternehmens zu liegen als dem Finanzinvestor aus Amerika. Die Anleger haben durchgeatmet und schickten die Aktie wieder nach oben.
Mit im Boot sitzt wohl auch der Investor Clemens Vedder, der im Zuge einer Kapitalerhöhung zum größten Aktionär bei Praktiker aufsteigen könnte. Damit würden wohl de Krassny und Vedder das Unternehmen praktisch kontrollieren. Zwar dürfte auch de Krassny - ähnlich wie Acnhorage - die Tochter Max Bahr als Pfand fordern. Dennoch scheint die jetzige Lösung wesentlich freundlicher für die Aktionäre zu sein. Zudem könnte auch die Kapitalerhöhung niedriger ausfallen, als zunächst gedacht.

Kurzum: In den vergangenen Stunden ist die Chance, dass die Restrukturierung und Refinanzierung bei Praktiker gelingt, wieder deutlich gestiegen. Die Aktie bietet jetzt eine durchaus realistische Chance sich zu verdoppeln. Risikobewusste Anleger, die noch nicht investiert sind, stiegen mit einem ersten Ziel bei 1,80 Euro ein. Ein weiterer Anstieg bis 2,50 Euro ist, sobald sich erste Erfolge zeigen, durchaus realistisch. Ein Stoppkurs bei 0,95 Euro sichert die Position ab.
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