Praktiker: Noch ist alles im Lot
Nach den turbulenten vergangenen Wochen ist es ruhig geworden um die Baumarktkette. Kai Hafner bleibt vorerst Vorstandsvorsitzender und der Restrukturierungsplan mit Hilfe des US-Investors wird hinter den Kulissen weiter vorangetrieben. Auch die Aktie hat sich zuletzt wieder gefangen.
Doch nicht nur die Refinanzierung dürfte hinter den Kulissen vorangetrieben werden. Auch der Streit zwischen Großaktionärin Isabella de Krassny und dem Vorstand dürfte weitergehen. De Krassny ist alles andere als glücklich mit dem Hochzinsdarlehen, das Praktiker von Anchorage bekommt und hatte ein alternatives Finanzierungskonzept vorgelegt. Das wiederum hatte der Vorstand abgelehnt. Eine große Freundschaft dürfte zwischen beiden nicht mehr erwachsen. De Krassny hatte sich für einen Wechsel im Vorstand ausgesprochen - die Vertragsverlängerung dürfte sie deshalb erneut vor den Kopf gestoßen haben.
Neue Hauptversammlung?
Die Fronten sind verhärtet. Zuletzt wollte Isabella de Krassny eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Angesichts des hohen Streubesitzes bei der Praktiker-Aktie hätte sie auf einer solchen wohl die Stimmrechtsmehrheit. Deshalb dürfte Aufsichtsrat und Vorstand alles daran setzen, diese zu verhindern. Es ist deshalb nicht ganz aus der Luft gegriffen, wenn man die Frage in den Raum stellt: Wie lange wird die Österreicherin dieses Spiel noch mitspielen? Eventuell besteht sogar die Möglichkeit, dass sie eines Tages die Reißleine zieht und sich von ihren Anteilen trennt. Aber so weit ist es jetzt sicherlich noch nicht.

DER AKTIONÄR sieht eine durchaus realistische Turnaround-Chance bei Praktiker. Allerdings ist das Darlehen mit Anchorage durchaus auch kritisch zu betrachten. Immerhin bekommt der US-Investor nicht nur einen horrenden Zinssatz, sondern auch die profitable Tochter Max Bahr als Sicherheit. Die Alt-Aktionäre würden im schlimmsten Fall einer Insolvenz dann vermutlich nahezu leer ausgehen. Die Aktie bietet für erfahrene Investoren sicherlich eine hohe Kurschance. Aber Investoren müssen auch bereit sein, im Notfall Verluste zu realisieren.
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