Praktiker: Neue Hoffnung
Bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker keimt neue Hoffnung auf: Der Finanzinvestor Clemens Vedder prüft nach einem Bericht der Wirtschaftswoche einen Einstieg. Gleichzeitig wehrt sich der Vorstand gegen den Vorwurf, es könnte Parallelen zu der Schlecker-Pleite geben.
Vedder könnte mit seiner Fondsgesellschaft Goldsmith Capital Partners bei Praktiker einsteigen. Zwar hat die Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch einer Kapitalerhöhung zugestimmt und damit den Weg für den Einstieg des Finanzinvestors Anchorage frei gemacht. Allerdings sucht Großaktionärin Isabella de Krassny offensichtlich noch nach Möglichkeiten, das Hochzinsdarlehen von Anchorage zu umgehen.
Vorstand wehrt sich
Interims-Vorstand Kay Hafner wehrte sich derweil in einem Interview mit dem Focus dagegen, es gebe Parallelen zu der Schlecker-Pleite. „Der Vergleich hinkt in jeder Hinsicht", sagte er. Er vertrat weiter darauf, dass die Umstellung auf Max Bahr greifen wird. Zudem hätten auch die Angestellten bereits zugesagt, ihren Anteil zur Rettung des Konzerns zu leisten. Auch seien anders als im Fall Schlecker die Geldgeber bereit, den Konzern nicht hängen zu lassen.

Die Aktie von Praktiker ist und bleibt eine heiße Wette auf den Turnaround. Gelingt es dem Unternehmen, die Kapitalerhöhung erfolgreich zu platzieren und die Praktiker-Filialen auf Max Bahr umzustellen, dann könnte die Aktie Fahrt Richtung Norden aufnehmen. Auf der anderen Seite ist auch das Thema Insolvenz im Moment noch nicht völlig ausgeschlossen. Im Moment sollten nur sehr risikobewusste Investoren einsteigen, die ihre Position mit einem engen Stopp im Bereich des Allzeittiefs absichern.
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