Praktiker: Keine wirklich guten Zahlen
Mit guten Zahlen hat bei der Baumarktkette Praktiker niemand gerechnet. Zu sehr verfälscht die derzeitige Restrukturierung das Bild. Doch die Zahlen für das dritte Quartal halten negative Überraschungen parat, mit denen niemand gerechnet hat.
„Der Geschäftsverlauf im dritten Quartal war beeinflusst von außerordentlich schwierigen Rahmenbedingungen", betonte Armin Burger, seit 15. Oktober Vorstandsvorsitzender der Praktiker AG. „Zum einen war die Aufmerksamkeit des Managements in dieser Zeit überwiegend auf die Restrukturierung des Konzerns und die Sicherung der Finanzierung gerichtet. Zum anderen beeinträchtigten die im Berichtszeitraum noch unklaren Zukunftsaussichten vorübergehend die Beziehungen zu Lieferanten, die Warenverfügbarkeit war erheblich beeinträchtigt."
Starker Umsatzrückgang
Im dritten Quartal 2012 hat der Praktiker Konzern einen Umsatz von 758,2 Millionen Euro erzielt, 10,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs (844,4 Millionen Euro). Infolgedessen verschlechterte sich auch das betriebliche Ergebnis (EBITA), das mit minus 17,3 Millionen Euro ausgewiesen wurde. Besser entwickelt hat sich hingegen die Rohertragsmarge, die gegenüber dem Vorjahresquartal von 32,3 auf 33,5 Prozent anstieg. Das Bittere an dem Zahlenwerk: Die profitable Tochter Max Bahr muss ebenfalls einen Umsatzrückgang verbuchen. Die Vertriebslinie Max Bahr erlöste im dritten Quartal 171,9 Millionen Euro und damit 4,8 Prozent weniger als noch im Vorjahreszeitraum.

Zwar sollte man dem Zahlenwerk nicht zu viel Bedeutung beimessen, da die Konzernführung die Kräfte tatsächlich auf die Refinanzierung konzentrieren musste. Der Umsatzrückgang bei Max Bahr war allerdings in diesem Umfang nicht erwartet. Auf der Tochter ruhen die Hoffnungen des Konzerns, schließlich sollen vermehrt Praktiker-Filialen auf Max Bahr umbeflaggt werden. Der Analystencall um 10 Uhr könnte nähere Auskünfte zu den Zahlen bringen.
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